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Rettungspaket für Uniper steht offenbar kurz vor Abschluss

Logo uniperDer Düsseldorfer Energiekonzern Uniper SE steht offenbar kurz vor der Rettung. Wie verschiedene Medien unter Berufung auf Insiderkreise berichten, steht eine Vereinbarung mit der deutschen Bundesregierung über ein staatliches Rettungspaket kurz vor dem Abschluss. Demnach wird sich der Bund maßgeblich an dem strauchelnden Konzern beteiligen, der aufgrund der gekürzten Gaslieferungen aus Russland enorm unter Druck geraten ist. Im Gespräch ist eine Beteiligung von bis zu 30 Prozent, die eine Sperrminorität für die Bundesregierung bedeuten würde. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wird ein Investment von mehr als fünf Milliarden Euro in Erwägung gezogen.

Uniper-Aktie zieht stark an

Angesichts der Berichterstattung legte die Uniper-Aktie deutlich zu. Das Wertpapier stieg um zehn Prozent auf zuletzt 11,44 Euro. Begünstigt wurde diese Entwicklung zudem von Spekulationen, die von einer Wiederaufnahme der Gaslieferungen durch Russland ausgehen.

Staatliches Rettungspaket für Uniper SE

Durch das Engagement des Staates könnte Uniper nach Expertenmeinung eine gute Einstufung bei der Kreditwürdigkeit beibehalten. Das würde die Aufnahme neuer Kredite am Kapitalmarkt  erleichtern. Diese sind laut Bloomberg dringend nötig, da Uniper zum 25. Juli weitere Liquiditätsengpässe drohen.

Um den Kostendruck zu senken, könnte es dem Energiekonzern zudem erlaubt werden, die gestiegenen Kosten teilweise an seine Kunden weiterzugeben. Das würde vor allem zahlreiche Stadtwerke treffen, die von Uniper mit Erdgas beliefert werden. Infolgedessen würden diese ihre Gaspreise ebenfalls anziehen, was schlussendlich eine Teuerung für den Endverbraucher bedeuten würde.

Uniper ist auf russisches Gas angewiesen

Uniper war aufgrund der reduzierten Gaslieferungen aus Russland in Schwierigkeiten geraten. Der russiche Staatskonzern Gazprom hatte die Lieferungen nach Deutschland zuerst um mehr als die Hälfte reduziert und zuletzt aufgrund alljährlicher Wartungsarbeiten an der wichtigen Gaspipeline Nord Stream 1.  komplett ausgesetzt. Daraufhin war befürchtet worden, dass die Gaslierferungen dauerhaft ausbleiben könnten. Uniper musste sich um eine Ersatzbeschaffung bemühen und deutlich höhere Preise akzeptieren, um die Versorgungssicherheit für seine Kunden zu gewährleisten. Diese Mehrkosten brachten den Konzern binnen kürzester Zeit in Schieflage. Uniper gilt als größter Gas-Importeur Deutschlands.

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