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Thermo Fisher übernimmt Biotechunternehmen Qiagen

Logo QiagenDas US-amerikanische Unternehmen Thermo Fisher hat seine Bemühungen zur Übernahme des deutsche Biotechunternehmens Qiagen gestartet. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, steht eine Übernahmeofferte in Höhe von zehn Milliarden Euro im Raum. Der Wert einer Qiagen-Aktie lag zuletzt bei knapp 39 Euro. Exakt diesen Wert ist Thermo Fisher bereit zu zahlen. Das Angebot unterliegt einer Annahmefrist, die vorerst noch bis zum 27. Juli läuft. Der Interessent möchte mindestens 75 Prozent der Qiagen-Anteile übernehmen.

Sowohl der Qiagen-Vorstand, als auch der Aufsichtsrat unterstützen das Übernahmeangebot. Beide Gremien empfahlen den Aktionären für jeden der Transaktionsbeschlüsse auf der nächsten Hauptversammlung zu stimmen. Diese wird am 30. Juni aufgrund der Folgend der Corona-Pandemie virtuell stattfinden. Die gesamte Transaktion soll in der ersten Hälfte des Jahres 2021 abgeschlossen werden.

Biotechunternehmen made in Düsseldorf

Qiagen ist nach eigenen Angaben ein führender Anbieter von Lösungen im Bereich der Biowissenschaften und der molekularen Diagnostik. Das Unternehmen ging Ende der 1980er Jahre aus einem Start-Up der Heinrich Heine Universität Düsseldorf hervor. Im Jahr 1996 schaffte man es als erstes deutsches Unternehmen an die US-amerikanische Technologiebörse Nasdaq. Es folgte kurze Zeit später die Gründung der Holding Qiagen N.V., die bis heute ihren Sitz im niederländischen Venlo hat. Insgesamt arbeiten heute rund 5.100 Mitarbeiter an 35 Standorten in mehr als 25 Ländern für Qiagen. Der Umsatz lag 2019 bei rund 1,53 Milliarden US-Dollar. Operativer Hauptsitz ist Hilden bei Düsseldorf.

Zuletzt war das Unternehmen mit einem eigens entwickelten Schnelltest für den SARS-CoV-2 Erreger in den Schlagzeilen. Dieser liefert Ergebnisse bereits in etwa einer Stunde bei einer Bedienzeit von weniger als einer Minute.

Auswirkungen für die Qiagen Belegschaft noch unklar

Mit dem Verkauf an Thermo Fisher, der Anfang März erstmals thematisiert wurde, verliert das Biotechunternehmen mit Wurzeln in Düsseldorf nunmehr seine Unabhängigkeit. Unklar ist, was die Übernahme für die Belegschaft bedeutet. Zwar bekundet Thermo Fisher, dass man die neue Kollegen mit offenen Armen empfangen wolle, jedoch muss offenbar mit Stellenstreichungen gerechnet werden. Auch der Standort Hilden könnte mittelfristig in Frage gestellt werden.

Thermo Fisher beschäftigt weltweit rund 75.000 Mitarbeiter und gilt als mit einem Jahresumsatz von über 25 Milliarden US-Dollar als weltweit führend im Bereich Dienstleistungen für die Wissenschaft. Zu den Marken des Unternehmens zählen unter anderem Thermo Scientific, Applied Biosystems, Invitrogen, Fisher Scientific, Unity Lab Services und Patheon.

„Dieser strategische Schritt mit Thermo Fisher ermöglicht uns den Eintritt in eine vielversprechende neue Ära und gibt unseren Mitarbeitern die Möglichkeit, noch mehr zu erreichen. Die Kombination soll unseren Aktionären einen erheblichen Geldwert bieten und gleichzeitig die Erweiterung unserer Lösungen beschleunigen, um Kunden weltweit Durchbrüche zu bieten, die unser Wissen über die Biowissenschaften erweitern und Erkenntnisse liefern, die die Gesundheitsergebnisse verbessern können.“
Thierry Bernard, kommissarischer Chief Executive Officer von QIAGEN N.V., Senior Vice President und Leiter des Geschäftsbereichs Molekulardiagnostik

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