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Unterstützung lokaler KMU während der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie stellt für die deutsche Wirtschaft eine nie da gewesene Herausforderung dar. Vor allem Start-ups und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) haben außerordentlich unter den Folgen des Coronavirus zu leiden. Denn trotz der finanziellen Hilfsangebote von Bund, Land oder Stadt sehen viele Betriebe einer ungewissen Zukunft entgegen. Sollte es etwa zu einer zweiten Pandemiewelle oder einem regionalen Shutdown kommen, würden viele die daraus resultierenden Maßnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Vor allem in der Gastronomie und im Einzelhandel droht ein wirtschaftlicher Exodus. Um diesem entgegenzuwirken, gibt es jedoch zahlreiche Unterstützungsiniativen.

Unterstützung für KMU durch Bund und Land

Düsseldorf Altstadt
Für zahlreiche KMU z.B. aus der Gastronomie ist die Corona-Krise existenzbedrohend, MichaelGaida / pixabay

Seit Ende März können kleine Unternehmen, Soloselbständige, Angehörige der Freien Berufe sowie Landwirte mit bis zu zehn Beschäftigten die Soforthilfen des Bundes in Anspruch nehmen. Gemeint sind unmittelbare Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Diese können bei Unternehmen oder Selbständigen mit bis zu fünf Beschäftigten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro für drei Monate bedeuten. Bei Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten beträgt dieser einmalige Zuschuss sogar bis zu 15.000 Euro, ebenfalls für drei Monate. Um diesen zu beantragen, muss das Unternehmen versichern, dass es durch die Folgen des Corona-Virus in wirtschaftliche Schräglage geraten ist. Unternehmen, die bereits zuvor mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatten, sind nicht berechtigt die Soforthilfe in Anspruch zu nehmen. Wer sie trotzdem beantragt muss mit einer Rückforderung und rechtlichen Folgen rechnen.

Darüber hinaus konnten Betriebe in Nordrhein-Westfalen die NRW-Soforthilfe 2020 in Anspruch nehmen. Da der Bewilligungszeitraum für das Soforthilfeprogramm jedoch inzwischen abgelaufen ist, ist eine Antragstellung nicht mehr möglich. Jedoch stehen für die Überbrückung von Liquiditätsengpässen verschiedene öffentliche Finanzierungsangebote zur Verfügung. Weiterhin steht betroffenen Unternehmen die Möglichkeit offen, Kurzarbeitergeld für die Belegschaft zu beantragen.

Spendeninitiativen unterstützen Wirtschaft

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich zahlreiche nichtstaatliche Initiativen gegründet, um den wirtschaftlichen Folgen auf lokaler bzw. regionaler Ebene entgegenzuwirken. So hat etwa die Gothaer Versicherung eine Spendenaktion namens #KraftDerGemeinschaft ins Leben gerufen, um Gewerbetreibenden und Selbstständigen unter die Arme zu greifen. Dafür müssen diese auf der Plattform der Versicherungsgesellschaft ein Profil anlegen und dort sich und ihre Dienstleistungen vorstellen. Dies dient im Anschluss der Verknüpfung zwischen KMU und hilfsbereiten Menschen aus der Gesellschaft, die sich für regionale Dienstleister, Selbstständige und Arbeitgeber engagieren möchten. Diese können unkompliziert durch eine gezielte Spende gefördert werden. Die Spendengelder werden innerhalb weniger Tage ausbezahlt, so dass die Soforthilfe wirklich „sofort“ zum Einsatz kommen kann.

Locals for Locals“ ist eine weitere Initiative, über die Gutscheine für Bars, Restaurants oder Geschäfte gekauft werden können. Diese können eingelöst werden, sobald die Läden wieder ihre Pforten öffnen. Gewerbetreibende müssen sich dazu lediglich kostenlos auf der Plattform anmelden. Das gleiche Ziel verfolgt die Platform „Support Your City“ auf der man gezielt Betriebe aus der Gastronomie aber auch Vereine, städtische Institutionen oder Wohltätigkeitsorganisationen unterstützen kann.

Kreative Aktionen in der Gastronomie

Effektive Hilfe für betroffene Betriebe kann man jedoch auch leisten, in dem man die zahlreichen, innvoativen Angebote nutzt, die die Krise zum Beispiel in der Gastronomie hervorgebracht hat. Ob Liefer- oder PickUp-Service, Drive-In, Verkauf von „To Go Getränken“ über das Fenster oder digitales Kneipenbingo. Die Düsseldorfer Gastronomen nutzten zahlreiche Möglichkeiten um den Betrieb unter den strengen Corona-Auflagen der letzten Monate irgendwie aufrecht zu erhalten. Auch wenn die dadurch erzielten Umsätze die wirtschaftlichen Schäden nicht ansatzweise aufwiegen konnten, wurden sie zumindest etwas abgemildert. Und vielleicht ergeben sich ja aus Innovationen dieser Art ja auch tragfähige Konzepte für eine Zeit nach der Pandemie.

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