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Pandemie verändert Lieferketten nachhaltig

Die in Düsseldorf ansässige Unternehmensberatung McKinsey hat eine Studie zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Logistik herausgegeben. Dafür wurden Lieferketten in 23 unterschiedlichen Branchen hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für Pandemien, Cyberattacken, Handelskriege sowie Naturkatastrophen untersucht. Die Egebnisse lassen auf langfristige Veränderungen der gesamten Supply Chain schließen.

Langfristige Veränderungen in den Lieferketten

Wie die Studie des McKinsey Global Institute (MGI) zeigt, hinterfragen zahlreiche Unternehmen seit beginn der Corona-Pandemie verstärkt ihre Logistiklösungen und stellen Lieferketten um. Was urpsünglich eine notwendige Reaktion auf Lieferengpässe war, entwicklet sich jedoch zum dauerhaften Umdenken. So ist zu erwarten, dass sich die globale Arbeitsteilung massiv verändern wird. Vor allem die Abhängigkeit von der chinesischen Zulieferindustrie wurde vielerorts überdeutlich. Daher könnte bei etwa 25 Prozent der Lieferketten in den kommenden fünf Jahren grundlegende Veränderungen stattfinden. Vor allem Standortverlagerungen in die Nähe des Stammsitzes von Unternehmen sind denkbar, um Produktionsmittel im direkten Zurgiff zu haben. Denn laut Analyse der Experten ist nahezu alle 4 Jahre mit signifikanten Unterbrechungen innerhalb einer Produktion zu rechnen, die monatelang anhalten könnten und bis zu 40 Prozent des Jahresgewinns gefährden. Dieses Risiko könnte durch entsprechende Maßnahmen in den Lieferketten eingegrenzt werden.

Standortverlagerung ein komplexer Vorgang

Ob eine Standportverlagerung jedoch die einzig sinnvolle Maßnahme ist, muss jedes Unternehmen anhand seiner individuellen Anforderungen und den damit verbundenen Kosten entscheiden. Auch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften am potentiellen neuen Standort spielt dabei eine wichtige Rolle. Zudem geben die Experten zu bedneken, dass eine Umstellung ein hochkomplexer Vorgang ist, der beispielsweise in der Chemie- und Pharma-Industrie zahlreiche Maßnahmen nach sich zieht. Dabei dürfte auch die Politik ein Wörtchen mitreden, sofern es sich um die Produktion bestimmter sicherheitsrelevanter Güter handelt.

Alternativen zu Standortverlagerungen

Logistik
Die Logistik-Branche stellt sich auf den veränderten Bedarf des Marktes ein, Foto: marcinjozwiak / pixabay

Die Alternativen für die Verlagerung von bestehenden Standorten sind vielfältig. So könnte die weitere Digitalisierung innerhalb der Logistik schnelle Maßnahmen auf nahende Engpässe ermöglichen. Eine frühzeitige Erweiterung von Lagerkapazitäten würde zudem eine langfrsitige Aufstockung von produktionsrelevanten Gütern ermöglichen, um Engpässe zu überbrücken. Was einst als „totes Kapital“ galt, könnte in Zukunft also eher als betriebsrelevante Sicherheitsreserve interpreitiert werden. Insgesamt kann die Widerstandsfähigkeit also auch durch Maßnahmen innerhalb der bestehenden Infrastruktur verbessert werden.

Moderne Logistik denkt um

Auch die Logistik-Branche stellt sich auf die veränderten Herausforderungen den Marktes ein und bietet innovative Lösungen für eine Optimierung der Supply Chain an. Auch hier spielt die Digitalisierung eine tragende Rolle, um den einzelnen Branchen individuelle Lösungen bieten zu können. Das bedingt jedoch entsprechende Abstimmungsprozesse, die nicht immer erfolgeich gestaltet werden können. So setzt ein erfolgreicher Wandel im digitalen Bereich das Mitwirken aller Beteiligten voraus.

Aber auch durch eine Erneuerung bestehender Transportmittel kann eine deutliche Effizienzsteigerung erreicht werden, etwa durch Kapazitätserweiterungen oder eine größere Flexibilität beim Gütertransport. Bei flüssigen Gütern können etwa sogenannte Intermediate Bulk Container (IBC Container) dank ihrere Flexibilität zusätzliche Lagerkapazitäten schaffen und den Transport deutlich erleichtern. Jedoch bedeutet eine entsprechende Umstellung innerhalb der Logistikprozesse auch notwendige Investitionen, die eine langfristige Nutzung voraussetzen. Insofern ist die McKinsey-Studie ein deutlicher Hinweis auf den bereits stattfindenen Wandel, der nun durch entsprechende Maßnahmen aller Marktteilnehmer gestaltet werden muss.

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