home Wirtschaft Stadtwerke planen Neubau der Müllverbrennungsanlage in Flingern

Stadtwerke planen Neubau der Müllverbrennungsanlage in Flingern

Müllverbrennungsanlage Düsseldorf
Blick auf die Müllverbrennungsanlage in Flingern vom Höherweg, Foto: Wikipedia / Marek Gehrmann / CC BY-SA 3.0

Die Müllverbrennungsanlage (MVA) im Stadtteil Flingern existiert bereits seit 55 Jahren. Troz regelmäßiger Modernisierungsmaßnahmen bietet der weithin sichtbare Funktionsbau jedoch nur einen eingeschränkten Effizienzgrad. Daher planen die Stadtwerke Düsseldorf nun einen Rückbau der Anlage. Das geht aus dem Geschäftsbericht 2019 des regionalen Versorgungsunternehmens hervor. Darin ist die Rede von einer erheblichen Anlagenüberalterung die ein Konzept für die Errichtung einer neuen Müllverbrennungsanlage notwendig mache. Gerade im Hinblick auf eine stetig wachsende Bevölkerung ist eine Optimierung der MVA folgerichtig.

Müllverbrennungsanlage: Effizienzsteigerung notwendig

Bei der Müllverbrennungsanlage im nördlichen Flingern handelt es sich trotz ihres Alters um einen hochtechnisierter Betrieb. In den Öfen der Anlage werden pro Jahr rund 400.000 Tonnen Abfälle verbrannt. Die dadurch gewonnene Wärme wird im benachbarten Heizkraftwerk Flingern zur Stromerzeugung genutzt. Mehr als 1.100 Millionen Tonnen Dampf treiben pro Jahr die Turbinen an, die etwa elf Prozent der privaten Stromnachfrage und 20 Prozent des Fernwärmebedarfs der Düsseldorfer Innenstadt decken.

Durch eine spezielle Walzenrostfeuerung, die als das „Düsseldorfer System“ bekannt ist, können auch kritische Stoffe wie Mikroplastik oder Medikamente im über 1.000 Grad heißen Verbrennungsprozess zuverlässig vernichtet werden. Eine innovativen Rauchgasreinigungsanlage sorgt für optimale Filterung der Verbrennungsabgase bis weit unter die gesetzlichen Grenzwerte. Dennoch stößt die Analge inzwischen an ihre Grenzen. Daher wurde durch die Stadtwerke ein standortbezogenes Modernisierungskonzept angestoßen.

Neues Ressourcen-Center soll entstehen

An die Stelle der heutigen Anlage soll ein neuartiges „Ressourcen-Center“ rücken, dass für die wachsenden Anfordrerungen des zukünftigen Müllmanagements gerüstet ist. Angestrebt wird auch der Einstieg in die Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse auf Basis von Strom aus der Müllverbrennung, sowie in die Brennstoffzellen-Elektromobilität bei den beteiligten Partnern und in der Region. Vorab müsse für den Neubau der MVA jedoch die technische Planung abgeschlossen und die Genehmigungsplanung für einen Rückbau fertiggestellt werden. Im Anschluss soll es um das „mögliche Gesicht des Standortes gehen“. Dafür soll ein Gestaltungswettbewerb in die Wege geleitet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.