home Wirtschaft Voestalpine erforscht in Düsseldorf den Metall 3D-Druck

Voestalpine erforscht in Düsseldorf den Metall 3D-Druck

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine baut am Standort Düsseldorf derzeit ein Forschungszentrum für den Metall 3D-Druck.  Auf dem Areal der Böhlerwerke, einer hundertprozentigen Tochter von Voestalpine an der Stadtgrenze von Düsseldorf und Meerbusch, entsteht das Entwicklungscenter für vorerst acht bis zehn Mitarbeiter. Für den Standort Düsseldorf habe man sich unter anderem wegen des guten Forschungsumfelds entschieden, heißt es.

Böhlerwerke Düsseldorf
Auf dem Areal der Böhlerwerke entsteht derzeit das Voestalpine-Forschungszentrum für Metall 3D-Druck, Foto: Voestalpine

Metall 3D-Druck hat enorme Potentiale

Voestalpine forscht derzeit intensiv an der Digitalisierung auf sämtlichen Prozessstufen der Stahlproduktion. Laut dem Vorstandsvorsitzende Wolfgang Eder sei bereits in den nächsten drei bis vier Jahren eine Stahlerzeugung weitgehend ohne Menschen möglich. In diesem Kontext sehe man enorme Potentiale für den dreidimensionalen Druck in der Metallverarbeitung. Im Vergleich zum 3D-Druck mit Kunststoff sei das Verfahren jedoch deutlich komplexer, auch wenn das Prinzip identisch ist. Als Ausgangsmaterial für das sogenannte „Metal Additive Manufacturing“ dient Metallpulver, mit dem schichtweise ein Bauteil aufgebaut wird. Einsatzzwecke für derartige Bauteile finden sich zum Beispiel in der Automobilindustrie oder der Luftfahrt. Durch das neue Produktionsverfahren sollen zukünftig komplexe Formen aus Metall nahezu ohne Materialverlust gefertigt werden können.

Voestalpine trotzt der Kriese in der Stahlindustrie

Die Voestalpine AG mit Sitz im österreichischen Linz entwickelt sich trotz der weltweiten Stahlkriese positiv. Während andere Stahlkonzerne mit Überkapazitäten und Billigimporten aus China zu kämpfen haben, konnte das Unternehmen den Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr stabil halten. Im Geschäftsjahr 2015/16 stieg der Betriebsgewinn um 0,3 Prozent auf 889 Millionen Euro, der Konzerngewinn sogar um 1,2 Prozent auf 602,1 Millionen Euro. So dürfen sich die Aktionäre auch über eine um fünf Cent höhere Dividende von 1,05 Euro je Aktie freuen. Das Eigenkapital konnte von 5,1 auf 5,7 Milliarden Euro angehoben werden, trotz eines Rekord-Investitionsvolumens von 1,3 Milliarden Euro. Als Hauptgründe für die positive Entwicklung werden vor allem die Spezialisierung des Unternehmens sowie weitreichende Einsparungen genannt. Voestalpine möchte in den kommenden Jahren weiter investieren und plant sogar die Neuerrichtung eines Edelstahlwerkes im steirischen Kapfenberg.