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Finanzierungsformen im 21. Jahrhundert: Crowdfunding und P2P-Kredite

Kredite fallen traditionell in den Geschäftsbereich der Banken. In den vergangen Jahren sind verschiedene neue Kreditanbieter auf den Plan getreten, die durch innovative Ideen den Markt beleben. Häufig stammen die neuen Konzepte von spezialisierten Start-ups, die in diesem Kontext auch als Fintechs bezeichnet werden. Dieser Begiff bezeichnet technologisch weiterentwickelte Finanzinstrumente und -dienstleistungen die durchaus auch für Geschäfts- oder Existenzgründerkredite in Betracht kommen. Wir erklären, was es mit Crowdfunding und P2P-Krediten auf sich hat.

Crowdfunding – Mit dem Schwarm ans Ziel

Crowdfunding oder P2P-Kredite stellen für Existenzgründer interessante Alternativen zum klassischen Bankkredit dar, Foto: Campaign_Creators / pixabay

Der Begriff Crowdfunding setzt sich aus den englischen Wörtern „crowd“ für Menschenmenge, und „funding“ für Finanzierung zusammen. Somit bezeichnet er eine Schwarmfinanzierung, bei der nicht ein Kreditinstitut als Kapitalgeber fungiert, sondern eine Vielzahl von Privatpersonen. Diese können sich auf einer speziellen Internetplattform wie Kickstarter, Startnext oder Indiegogo über Projekte informieren, die Investoren suchen. Firmen erhalten also eine Bühne, um ihre Projektideen vorzustellen, meist in Form eines kurzen Image-Videos und entsprechender Rahmendaten.

Interessierte können mit vergleichsweise niedrigen Beträgen einsteigen. Als Gegenleistung erhalten sie keine Zinsen, sondern Vergütungen in Form einer Ware oder Dienstleistung, die das jeweilige Unternehmen anstrebt auf den Markt zu bringen. Wenn man so will, bezahlt man also vorab ein Produkt, das der breiten Öffentlichkeit noch nicht zur Verfügung steht, zu einem Preis der meist deutlich unter dem künftigen Marktpreis liegt, um das Projekt überhaupt zu ermöglichen. Wichtig: die akquirierten Gelder sind zweckgebunden und dürfen vom Unternehmen nur für die jeweilige Aktion genutzt werden und damit diese starten kann, ist eine Mindestkapitalmenge notwendig. Bevor also nicht ausreichend Unterstützer gefunden sind, kommt das Projekt nicht zustande.

Das Crowdfunding wird vor allem von Unternehmen in der Gründungsphase genutzt, um Kapital für eine bestimmte Geschäftsidee oder ein konkretes Produkt zu akquireien. Ein bekanntes Beispiel aus Düsseldorf: die Firma Otto Wilde sammelte über die Plattform Kickstarter im Jahr 2016 erfolreich das Kapital für ihr erstes Produkt. Auch bei der neuesten Innovation aus dem Hause Otto Wilde setzte man auf Crowdfunding – und brach damit alle Rekorde. Die Kampagne spülte sagenhafte 4,5 Millionen Euro in die Kassen des Start-ups und gilt als das bislang erfolgreichste Kickstarter-Projekt Deutschlands.

Peer-to-Peer-Kredite bieten Geld von privaten Anlegern

Eine andere Optionen bieten sogenannte Peer-to-Peer-Kredite, auch kurz als P2P-Kredite bezeichnet. Auch dieser Begriff stammt aus dem englischen Sprachgebrauch und beschreibt Kredite, die von einer Privatpersonen direkt an eine andere vergeben werden. Bei dieser Art von Privatkrediten tritt kein Finanzinstitut als Vermittler auf. Diese Dienstleistung übernehmen digitale Kreditmarktplätze wie das Düsseldorfer Fintech Auxmoney, das inzwischen als größter Kreditmarktplatz in der Eurozone gilt.

Um einen Kredit in Anspruch zu nehmen, müssen Kreditnehmer ein digitales Profil erstellen und eine Kreditanfrage ausfüllen. Im Anschluss wird eine Bonitätsbewertung durchgeführt, die aus über 300 bonitätsrelevanten Merkmalen errechnet wird. Daraus ergeben sich unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten. Es folgt eine Identifizierung zum Beispiel per VideoIdent, auf die dann der Vertragsschluss folgt. Der Wunschbetrag ist laut Auxmoney dann binnen 24 Stunden auszahlungsbereit. Großer Vorteil: der komplette Prozess läuft digital ab und die Kreditanfrage ist mit keinerlei Kosten oder Verpflichtungen verbunden.

Laut Auxmoney nutzen vor allem Selbstständige, Freiberufler und Privatpersonen das Angebot. Sie beantragen in der Regel Kredite zwischen 1.000 und 50.000 Euro mit Laufzeiten von 12 bis 60 Monaten.

Klassische Kredite und Finanzierungen über eine Bank

Wer für eine Finanzierung doch lieber einen klassischen Bankenkredit in Anspruch nehmen möchte, sollte sich zuerst an seine Hausbank wenden und im Anschluss weitere Kreditangebote einholen. Hier ist der Vergleich von Krediten für Selbstständige hilfreich, um die unterschiedlichen Konditionen zu vergleichen. Dadurch erhält man einen unverbindlichen Überblick, ohne die Institute einzeln und persönlich kontaktieren zu müssen. Jedoch entspricht das Angebot der jeweiligen Vergleichsplattform nicht zwangsläufig dem gesamten Markt. Daher ist es vor allem für Existenzgrüner ratsam, sich Expertenrat einzuholen. Die Startup-Unit bei der Wirtschaftsförderung bietet beispielsweise eine fundierte Beratung zu Fragen der Finanzierung und informiert zudem darüber, ob Fördermittel in Anspruch genommen werden können.

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