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Agrarsektor: Landwirtschaft in und um Düsseldorf

Wer an den Wirtschaftsstandort Düsseldorf denkt, dem kommen sicherlich zuerst boomende Branchen wie Mode, Werbung oder Telekommunikation in den Sinn. An die klassische Agrarwirtschaft denkt man nicht unbedingt. Kein Wunder, ist die Metropole am Rhein doch besonders urban geprägt und nicht unbedingt mit ausgedehnte Landwirtschaftsflächen gesegnet. Betrachtet man jedoch die angeschlossenen Kreise und kreisfreien Städte, mit denen Düsseldorf gemeinsam eine Planungsregion der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalens bildet, ergibt sich ein anderes Bild, das die Bedeutung der Landwirtschaft für den Großraum Düsseldorf greifbar macht.

Planungsregion Düsseldorf

Landwirtschaft in Düsseldorf
Die Landwirtschaft in Düsseldorf konzentriert sich vor allem auf die Erzeugung von gartenbaulichen Produkten, Foto: ulleo / pixabay

Laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen findet man nirgendwo sonst in Deutschland eine „derart große und von der Natur für die landwirtschaftliche und gartenbauliche Urproduktion bevorzugte Region wie die Planungsregion Düsseldorf“. Dabei umschließt diese ein deutlich größeres Gebiet, als das der Landeshauptstadt. Neben dem rechtsrheinischen Kreis Mettmann und den kreisfreien Städten Wuppertal, Solingen und Remscheid, zählen vor allem die großflächigen linksrheinischen Kreise Viersen, Kleve, der Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Krefeld und Mönchengladbach dazu. Auch die großen Gewässer wie Rhein, Wupper, Niers und Schwalm werden einbezogen. Damit stimmt die Planungsregion Düsseldorf in weiten Teilen mit dem Regierungsbezirk Düsseldorf überein.

Betrachtet man die Flächennutzung, so entfallen 49,4 Prozent der Region auf Landwirtschaftsflächen, während 31,8 Prozent von Siedlungs- oder Verkehrsflächen in Anspruch genommen werden. 15 Prozent der Flächen werden von Wald bedeckt, 3 Prozent von Wasser und 0,8 Prozent entfallen auf sonstige Nutzungen. Die gesamte landwirtschaftlich bewirtschaftete Fläche umfasst 171.415 Hektar, wobei der Kreis Kleve mit gut 20.000 Hektar Grünland und 55.000 Hektar Ackerfläche den Großteil ausmacht. Bevorzugt werden Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Raps angebaut. Sonderkulturen, zu denen etwa der Anbau von Gemüse, Spargel, Beerenfrüchte oder Baumschulen zählen, machen rund 11.000 Hektar Fläche aus.

Landwirtschaft in und um Düsseldorf

Der Agrarsektor in Düsseldorf ist von der Nähe zu Absatzmärkten wie der Rheinschiene und dem Ruhrgebiet, sowie der klimatisch günstigen Lage geprägt. Die hiesigen Landwirtschaftsbetriebe werden weitgehend im Haupterwerb geführt und sind an hochmoderne Controlling-Systeme zur Verarbeitung und Vermarktung angebunden. In diesem Kontext spricht man auch von „Agribusiness“. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „agriculture“ und „business“ zusammen und beschreibt die gesamte Wertschöpfungskette der Nahrungsmittelgewinnung. Darüber hinaus zählen auch die Forstwirtschaft oder der Gartenbau zur hiesigen Landwirtschaft.

In der Landeshauptstadt spielt vor allem die Erzeugung von gartenbaulichen Produkten eine wichtige Rolle. Der Umsatz in diesem Bereich lag zuletzt bei über 30 Millionen Euro pro Jahr. Dabei profitiert man von europa- oder gar weltweit agierenden Vermarktungsorganisationen, wie Landgard in Straelen, der Absatzzentrale Kempen oder dem Blumengroßmarkt Düsseldorf, über die zusätzliche Absatzmärkte erschlossen werden konnten.

Entwicklung des Agrarsektors in der Region

Die Entwicklung des Agrarsektors in der Region ist geprägt durch das Leitbild der Landwirtschaftskammer NRW, gemäß dem „gesundheitlich unbedenkliche und qualitativ hochwertige landwirtschaftliche Produkte kostengünstig, regional und überregional“ bereitgestellt werden sollen. Selbstverständlich unter Berücksichtigung eines wirtschaftlichen Gewinns, aber auch ökonomischer, ökologischer und sozialer Ziele. In diesem Zusammenhang gewinnt der ökologischer Landbau mit seinen besonders ressourcenschonenden und umweltverträglichen Methoden zunehmend an Bedeutung.

Jedoch sieht sich die Branche mit großen Herausforderungen konfrontiert. Der Klimawandel und damit einhergehende Wetterextreme gefährdet Ernteerträge und die Qualität der erzeugten Produkte. Zudem leiden viele Landwirte unter den vielfältigen Auflagen von Land, Bund oder EU und befürchten Ertragseinbußen. Hohe Energiekosten, knappe Düngemittel und teure Rohstoffe verschärfen die Situation zusätzlich. Sinn macht in diesem Zusammenhang eine branchenspezifische Absicherung. Jedoch bieten neue Rahmenbedingungen auch immer Chancen, die der Agrarsektor in den kommenden Jahren erschließen muss. Somit sind Innovationen gefragt, um die bestehenden Landwirtschaftsbetriebe zu erhalten und den Agrarsektor insgesamt sicher für die Zukunft gestalten.

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