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Fachkräftemangel: IT-Fachkräfte stark nachgefragt

Der anhaltende Fachkräftemangel ist eine enorme Herausforderung für zahlreiche Branchen. Besonders stark ist der Bedarf an qualifiziertem Personal jedoch seit Jahren im Bereich der Informationstechnik (IT) zu spüren. Nach einer Analyse von Bitkom Research gab es Anfang des Jahres rund 86.000 unbesetzte Stellen in ganz Deutschland. Denen standen nur 31.000 IT-Fachkräfte auf Arbeitssuche gegenüber. Das stellt den zweithöchste gemessenen Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011 dar. Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen beklagen einen Mangel an IT-Fachkräften. Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass sich der Fachkräftemangel im IT-Sektor in den kommenden Jahren noch weiter verschärft. Das Erhöht den Druck auf die Arbeitgeber, im Kampf um geeignetes Fachpersonal.

IT-Sektor befindet sich in einer gesunden wirtschaftlichen Lage

IT-Fachkräfte
IT-Fachkräfte werden händeringend gesucht, Foto: jeshoots-com / pixabay

Laut dem aktuellen Konjukturbarometer der Industrie- und Handelskammern im Rheinland, befindet sich die rheinische Wirtschaft wieder im Aufwärtstrend. Die verbesserte wirtschaftliche Situation und die positiven Aussichten führen in vielen der 2.700 befragten Betrieben dazu, dass wieder verstärkt investiert und Personal eingestellt werde. Etwa 27 Prozent der Unternehmen wollen ihren Personalbestand erhöhen. Vor allem in der IT-Branche sind Investitionen geplant, so dass aktuell viele attraktive Stellenangebote für IT Fachkräfte in Düsseldorf zu erwarten sind.

Dabei wirkte die Corona-Pandemie im IT-Sektor vielmehr zu einem Aufschwung als zu einer Abschwächung des Geschäfts. Kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Arbeiten, Shopping oder Lernen pandemiebedingt in die digitale Welt verlagert werden mussten. Diese gesteigerte Nachfrage sorgte nach kurzem Einstellungsstopp für ein deutliches Wachstum, das lediglich vom Fachkräftemangel ausgebremst wird. Daher haben qualifizierte Bewerber nun besonders gute Aussichten. Auch Quereinsteigern werden gute Chancen prognostiziert. Besonders gefragt sind derzeit etwa IT-Systemelektroniker, Software-Entwickler, IT-Administrationen, Datenanalysten oder Experten für IT-Sicherheit oder Cloud-Computing. Darüber hinaus werden dringend Ingenieure in den Bereichen Robotik und Industrie 4.0 benötigt.

Mangel an IT-Fachkräften von den Unternehmen selbst verschuldet

Der aktuelle Mangel an IT-Fachkräften ist von den Unternehmen teils selbst verschuldet. So haben viele ihren Personalstand in den letzten Jahren bewusst so niedrig gehalten wie möglich und zudem zu wenig für Ausbildung und Weiterqualifzierung investiert. Hinzu kommen die Herausforderungen des demographischen Wandels und ein steigender Bedarf an IT-Fachkräften in vielen Branchen druch die fortschreitende Digitalisierung. Diese Entwicklung war seit Jahren vorhersehbar, trotzdem wurde zu wenig getan, um die dringend benötigten Fachkräfte bereitzustellen. Nun muss ein Umdenken stattfinden, um die gesunde Entwicklung des IT-Sektors nicht weiter auszubremsen.

Wie viel verdienen IT-Fachkräfte?

Das Gehalt von IT-Fachkräften hat sich in den letzten Jahren enorm gesteigert, was die Berufe immer attraktiver macht. Laut einer Erhebung der auf IT-Jobs spezialisierten Job-Plattform Honeypot, stiegen die Gehälter in den Jahren 2016 bis 2020 um 26 Prozent. Somit liegt das Durchschnittseinkommen inzwischen bei 63.000 Euro und damit höher als der Bundesschnitt, der 2020 bei 56.985 Euro lag. Das Einkommen eines Geschäftsführers in einem durchschnittlichen IT-Systemhauses in Deutschland liegt bei rund 168.000 Euro. Doch auch Berufseinsteiger verdienen im IT-Sektor außergewöhnlich gut. Deren Durchschnittsgehalt liegt bereits nach ein bis zwei Jahren bei 51.500 Euro.

Was sind die „Must haves“ für eine IT-Fachkraft?

Im Einstellungsprozess für IT-Fachkräfte sind für die heutigen Arbeitgeber neben den ausgewiesenen fachlichen Kenntnissen vor allem die sogenannten Soft Skills relevant. Laut Bitkom führen Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit oder analytisches Denken das Bedarfsranking an. Zudem setzen neun von zehn Unternehmen gute Deutschkenntnisse voraus, um eine reibungslose Verständigung innerhalb des Unternehmens zu gewährleisten. Entsprechende Eigenschaften eines Bewerbers können im Bedarfsfall sogar fehlende Qualifikationen ausgleichen, die nachträglich etwa durch Weiterbildungen ergänzt werden können.

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