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Die Automobilindustrie im Wandel

Autonomes Fahren, Elektromobilität, Digitale Transformation, Technologiewandel – nur einige Stichworte, die einen grundlegenden Wandel in der Automobilindustrie beschreiben. Dieser Veränderungsprozess bringt für alle Marktteilnehmner enorme Herausforderungen mit sich, birgt jedoch gleichmaßen viele Potenziale. In jedem Fall steigt der Wettbewerbsdruck auf die deutschen Autobauer, um im internationalen Vergleich nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Bedeutung der Automobilindustrie für Deutschland

Die Automobilindustrie stellt eine der bedeutendsten Branche in Deutschland dar. Kein andrer Industriezweig verzeichnet hierzulande höhere Umsätze. Im Jahr 2021 waren es laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) gut 411 Milliarden Euro, was einem Umsatzplus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Besondere Bedeutung fällt dabei den Fahrzeug- und Motorenherstellern zu, die alleine gut 75 Prozent des Gesamtumsatz der Automobilindustrie ausmachen. Rund 786.000 Personen sind deutschlandweit in dieser Branche beschäftigt.

Viele Bereiche der deutschen Volkswirtschaft sind von der Automobilindustrie geprägt – und von dieser abhängig. So müssen im Zuge einer Fahrzeugproduktion verschiedene Bauteile, Komponente und Rohstoffen zugekauft werden. Dadurch werden auch Branchen, die auf den ersten Blick nichts mit der Fertigung eines Autos zu tun haben, in den Wirkungskreis der Automobilindustrie einbezogen. Dazu zählen unter anderem Vertreter der chemischen Industrie, der Textilindustrie, der Stahl- und Aluminiumindustrie oder aus dem Maschinenbau und der elektrotechnischen Industrie. Auch im Bereich Verkauf und Service sind zahlreiche Betriebe auf die Autoindustrie angewiesen, darunter Autohändler, Werkstätten und Tankstellen.

Automobilindustrie in Düsseldorf

Mercedes-Benz Sprinter Düsseldorf
Der Mercedes-Benz Sprinter wird im Werk in Düsseldorf gefertigt, Foto: Mercedes-Benz Group AG

Auch in Düsseldorf ist die Automobilindustrie stark verteren, so etwa durch das Mercedes-Benz Werk im Stadtteil Derendorf. Nicht weniger als 6.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren hier im Jahr rund 150.000 Transporter des Models Mercedes-Benz Sprinter. Damit ist der Autohersteller einer der größten industriellen Arbeitgeber der Stadt. Mit der Rheinmetall AG ist ein weiterer großer Vertreter der Branche in Düsseldorf ansässig. Das Unternehmen, das vor allem als Rüstungskonzern bekannt ist, fungiert auch als bedeutender Automobilzulieferer. Zu den Produkten zählen beispielsweise Komponenten zur Schadstoffreduzierung oder Luftversorgung. Zudem entwicklet und fertigt Rheinmetall Pumpen, Kolben, Motorblöcke und Gleitlager.

Weitere Vertreter sind vor allem im Bereich des Kfz-Handels zu finden. Zahlreiche bedeutende Markenhändler finden sich etwa auf der Automeile Höherweg in Düsseldorf-Flingern. Das Gebiet wurde seit 2003 für die gezielte Ansiedlung von Autohäusern unterschiedlicher Hersteller konzipiert und entwickelt und stellte seinerzeit ein Novum dar, das bis heute international Beachtung findet. Mehr als zwanzig Marken sind inzwischen auf dem Höherweg vertreten. Darunter mit der Autohandelsgruppe Gottfried Schulz der größte konzernfreie Vertragshändler für die Marken des Volkswagen-Konzerns, der im benachbarten Ratingen beheimatet ist.

Automobilzulieferer in Zukunft immer wichtiger

Laut dem bekannten Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer Ferdinand Dudenhöffer, sind heutige Autos derart kompliziert geworden, dass es wenig Sinn macht, dass ein einziger Hersteller alle Produktionsprozesse selber abbildet. Daher wird der Eigenanteil der Hersteller bei der Fahzeugproduktion nach seiner Einschätzung künftig bei nur noch 20 Prozent liegen. Die Bedeutung der Automobilzulieferer nimmt somit in besonderem Maße zu. Es ist davon auszugehen, das Autohersteller verstärkt Entwicklungs- und Fertigungsarbeiten auslagern, um Produktionen flexibler zu gestalten. Gerade im Hinblick auf Lieferkettenprobleme, sind dafür jedoch kurze Lieferwege, eine hohe Automatisierung und Vernetzung wichtig. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, beschäftigt etwa der bedeutende Automobilzulieferer Bosch inzwischen mehr als 25.000 Experten, darunter Softwareentwickler, Maschinenbauer, Elektrotechniker und Physiker, um den veränderten Anforderungen gerecht zu werden.

Neue Dienstleistungen in der Automobilindustrie

Im Zuge der Veränderungen in der Automobilindustrie haben sich in den letzte Jahren neue Dienstleistungsbereiche rund um das Auto etabliert. So etwa Dienstleister im Bereich Smart Repair. Diese haben sich auf Reparaturvarianten spezialisiert, die vor allem kleinere Schäden am Auto effizient beheben. Exemplarische Einsatzmöglichkeiten sind kleinere Dellen, Lackschäden oder Steinschläge am Fahrzeug. Smart Repair wird inzwischen sowohl von großen Werkstätten als auch bei kleineren Spezialbetrieben wie dem Lackdoktor Düsseldorf angeboten.

Immer beliebter wird auch die Fahrzeugfolierung, die eine günstige Alternative zur Lackierung eines Fahrzeugs darstellt. Spezialisierte Fachbetriebe können durch das fachmännische Aufbringen einer speziellen Folie die Oberfläche eines Autos ganz individuell gestalten. Diese lässt sich bei Bedarf rückstandlos entfernen, um den Ursprungszustand wiederherzustellen.

Generell wirkt sich das veränderte Konsumverhalten nachhaltig auf die Automobilindustrie aus. Flexible Mobilitätsangebote wie Car Sharing, On-Demand-Ridesharing oder das Auto-Abo rücken hierbei in den Fokus. Zudem wandelt sich die Art und Weise, wie ein Auto verkauft oder gekauft wird fundamental. So verlagern neue Dienstleister ihr Angebot in die Digitale Welt und liefern die hochpreisigen Produkte inzwischen sogar mit 14-tägigem Rückgaberecht bis an die Haustüre.

Neue Berufe im Kfz-Gewerbe

Durch den fortschreitenden Wandel in der Automobilindustrie werden jedoch nicht nur neue Dienstleistungen geboren, sondern auch zahlreiche neue Berufsbilder nötig. Während es früher vor allem Kfz-Mechaniker, Karrosseriebauer, Lackierer oder der Automobilkaufleute waren, die in der Branche gesucht wurden, finden sich heute auch Berufe mit Bezeichnungen wie „Design Methodenentwickler/in Virtual Reality“, „Data Warehouse Engineer“ oder „Interior Experience Designer/in“. Im klassischen Kfz-Gewerbe hat sich die Bandbreite an Ausbilungsberufen hingegen bisher kaum verändert. Auch hier ist in den kommenden Jahren mit weiteren Veränderungen zu rechnen.

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