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Rheinmetall verkündet Rekordzahlen und erwartet Auftragsboom

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall konnte den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2021 deutlich steigern und rechnet angesichts der veränderten Sicherheitslage mit einem anhaltenden Auftragsboom. Die drastisch gestiegenen Investitionen in Rüstungsgüter in ganz Europa im Zuge des Ukraine-Krieges wirken sich in außergewöhnlichem Maße auf das Geschäft aus. Dem enstprechend wurde die Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesteigert.

Dividende steigt dank Rekordzahlen deutlich

Rheinmetall LogoDas Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf konnte für das Geschäftsjahr 2021 sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim operativen Free Cashflow neue Rekordzahlen verkünden. Der Konzernumsatz lag bei 5.658 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 253 Millionen Euro oder knapp 5 Prozent entspricht. Das operative Konzernergebnis konnte sogar um 33 Prozent auf 594 Millionen Euro gesteigert werden. Die operative Marge lag bei 10,5 Prozent und damit ebenfalls deutlich über dem Wert des Vorjahres, der bei 8,3 Prozent lag. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 332 Millionen Euro, nachdem im Jahr 2020 aufgrund von Sondereffekten und Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen lediglich eine Milion Euro erzielt werden konnten. Für die Anleger ergibt sich daraus eine Dividende von 3,30 Euro je Aktie. Im Vorjahr waren es noch 2,00 EUR gewesen.

Aufträge im Wert von 24,5 Milliarden Euro

Insgesamt konnten bis zum Jahresende Aufträge mit einem Gesamtwert von 24,5 Milliarden Euro verbucht werden, was einen neuen Höchstwert bedeutet. Neben volumenstarken Großaufträgen im militärischen Sektor konnte auch das zivile Geschäft deutlich zulegen. Zurückzuführen sei dies laut Rheinmetall vor allem auf eine gestiegene Nachfrage der globalen Automobilindustrie.

Der umsatzträchtigste Bereich im Geschäftsjahr 2021 war die Division Vehicle Systems. Hier konnte der Umsatz um 2 Prozent auf 1.883 Millionen Euro ausgebaut werden. Hervorzuheben ist die Auftagslage beim gepanzerten Allradfahrzeug des Typs Boxer. Im Rahmen meherer Großaufträge, unter anderem für Großbritannien und Australien, wurden mehr als 700 Gefechtsfahrzeuge bzw. Radspähpanzer dieses Typs geordert. Darüber hinaus wurden signifikante Umsätze mit der Lieferung militärischer Lkw für die Bundeswehr und logistischer Fahrzeuge für die australischen Streitkräfte erzielt.

Rheinmetall erwartet ein großes Stück vom Kuchen

Rheinmetall zählt fraglos zu den Profiteuren der veränderten Sicherheitslage. Wie das Unternehmen mitteilt, sehe man sich „in der veränderten sicherheitspolitischen Lage aussichtsreich positioniert, in Deutschland und in den Partnerländern mit militärischen Produkten eine wichtige Rolle bei der anstehenden Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit zu spielen“. In einer Sondersitzung des Deutschen Bundestages Ende Februar hatte die Regierung deutlich höhere Investitionen in die Bundeswehr angekündigt. Dafür soll im Bundeshaushalt 2022 ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Darüber hinaus soll Deutschland von nun an mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts in Verteidigung investieren.

Rheinmetall produziert u.a. Flugabwehrsysteme, Täuschkörpersysteme, Funktionsfahrzeuge, Panzer, Infanterieausrüstung und andere Rüstungsgüter, Foto: Rheinmetall-Pressebild

Von diesem beträchtlichen Kuchen möchte sich Rheinmetall naturgemäß ein ordentliches Stück sichern. Daher wandte sich Unternehmenschef Armin Papperger laut „Focus Online“ bereits wenige Tage nach Bekanntgabe der Etatpläne mit einer umfangreichen Liste an das zuständige Ministerium. Enthalten waren Rüstungsgüter im Wert von 42 Milliarden Euro, die laut Papperger kurzfristig geliefert werden könnten. Darunter sowohl Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, als auch Hubschrauber und Munition. Auch Flugabwehrsysteme zählen zur Angebotspalette von Rheinmetall. Neben Deutschland könnte auch die Ukraine beliefert werden. Laut Papperger habe es bereits konkrete Anfragen gegeben, die nun durch die Bundesregierung geprüft würden.

Produktionskapazitäten werden ausgeweitet

Um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, soll die Produktion in den Werken des Unternehmens deutlich erhöht werden. Vom bisherigen Einschichtbetrieb soll auf einen Dreischichtbetrieb gewechselt werden, um eine Produktion rund um die Uhr zu ermöglichen. Zudem könnten 1.000 bis 3.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. Profitieren könnten die Standorte in Düsseldorf, München, Kassel, Unterlüß, Bremen und Kiel.

Rheinmetall steigert Umsatzprognose für 2022 deutlich

Angesichts dieser Entwicklung schraubte der Rheinmetall-Konzern seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2022 deutlich in die Höhe. Gemessen am Vorjahresumsatz sei von einem organischen Wachstum von 15 bis 20 Prozent auszugehen, so das Unternehmen. Darin berücksichtigt sind die voraussichtlichen Planungen der Bundesregierung zur Beschaffung von Rüstungsgütern aus dem Verteidigungshaushalt für 2022. Die operative Ergebnisrendite könnte sich um über 11 Prozent verbessern. Angesichts dieser Erwartungshaltung ist es wenig verwunderlich, dass sich der Aktienkurs von Rheinmetall seit Anfang Febuar quasi verdoppelte. Zuletzt rangierte das Papier bei einem neuen Rekordhoch von 169,50 Euro und dürfte weiter zulegen.

 

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