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Chancen für die Tourismusbranche in Zeiten der Pandemie

Die Corona-Pandemie stellt die Wirtschaft vor die enorme Herausforderungen. Ganz besonders betroffen ist die Tourismusbranche, die im vergangenen Jahr nie gekannte Umstazeinbußen hinnehmen musste. Unternehmen wie TUI oder die Lufthansa, die in besonderem Maße von Urlaubsbuchungen abhängen, mussten vom Staat mit Milliardenhilfen unterstützt werden, um keine finanzielle Bruchlandung zu erleiden. Nun muss sich die Branche damit befassen, dass sich die Pandemie langristig auf das Reise- und Buchungsverhalten der Touristen auswirkt und zu gravierenden Änderungen führt. Insbesondere Flugreisen ins Ausland werden von vielen Kunden inzwischen deutlich kritischer gesehen. Zudem sind sie je nach Ziel nur unter entsprechenden Bedingung möglich. Dieser Paradigmenwechsel bringt jedoch auch neue Potentiale hervor. So profitiert vor allem der Urlaub im Inland.

Verstärkter Fokus auf Reisen innerhalb Deutschlands

Ostsee
Die Tourismusbranche erlebt in vielen Bereichen einen Paradigmenwechsel: Urlaub in Deutschland liegt wieder im Trend, Foto: vait_mcright / pixabay

Bereits im vergangenen Jahr 2020 war aufgrund der zahlreichen Reisebeschränkungen zu beobachten, dass Touristen von Flug- und Fernreisen Abstand nahmen. Aufgrund mangelnder Alternativen fokussierte man sich stattdessen auf touristische Aktivitäten im Inland. Traditionelle Ziele wie die Sächsische Schweiz, die Nord- oder Ostseeküste oder die bayerischen Alpen waren gefragter denn je und verzeichneten Rekordzahlen bei den Buchungen.

Auch für den Sommer 2021 darf davon ausgegangen werden, das viele Touristen einen Urlaubsaufenthalt in Deutschland bevorzugen. Laut einer aktuellen Studie planen rund 40 Prozent der Deutschen in diesem jahr häufiger Urlaub im Inland zu machen. Reiseunternehmen und Anbietern, die sich schnell auf diese Entwicklung einstellen konnten, bieten sich somit neue Absatzmöglichkeiten. Vor allem für Anbieter von Busreisen im Inland verspricht die Saison steigende Umsätze. So wird manch ein Fahrerkarten Lesegerät in Reisebussen wesentlich mehr Touren in der eigenen Heimat aufzeichnen, als beispielsweise im benachbarten Ausland. Dies gilt sowohl für kurze Urlaubstrips in Form von Tages- oder Wochenendausflügen, als auch für die Buchung für längerfristige Aufenthalte in den verschiedenen deutschen Urlaubsregionen.

Auch das Reisen mit der Bahn bietet als Alternative zur Flugreise neue Potentiale. Zwar fuhr die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr noch coronabedingten Rekord-Verlust von 5,7 Milliarden Euro ein, Experten rechnen jedoch aufgrund sinkender Corona-Zahlen und bundesweiter Lockerungen für 2021 wieder mit steigenden Fahrgastzahlen. Passend dazu initiierte die Bahn eine Sonderaktion zum 30-jährigen Jubiläum des ICE und bot ihren Kunden eine Million Super-Sparpreis-Tickets an, um das Geschäft wieder anzukurberln. Zudem ist auch der Bahn-Konkurrent Flixtrain zurück auf der Schiene und bietet den Kunden wieder günstige Verbindungen quer durch Deutschland an.

Tourismusbranche: Campingboom hält an

Ein weiterer Trend, der bereits seit mehreren Jahren anhält und im vergangenen Jahr nochmal enormen Zulauf bekam, ist das Camping. Laut Branchenexperten interessieren sich immer mehr Jüngere und Einsteiger für den Urlaub mit Wohnmobil und Caravan. Das führte im vergangenen Jahr zu einem signifikanten Zuwachs bei den Neuzulassungen. So wurden laut Caravaning Industrie Verband (CIVD) nicht weniger als 78.055 Wohnmobile neu zugelassen – das entspricht einem Zuwachs von 44,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Betrachtet man den Gesamtmarkt der Freizeitfahrzeuge in Deutschland, wurden sogar erstmals mehr als 100.000 Neuzulassungen verzeichnet. Laut CIVD-Präsident Hermann Pfaff wird dieser Trend auch im Jahr 2021 anhalten. Das individuelle Reisen mit Wohnmobil oder Caravan sei eine eine besonders sichere Urlaubsform und deswegen in Corona-Zeiten besonders gefragt. Denn Camper haben ihre eigenen vier Wände dabei und verfügen häufig auch über einen eigenen Sanitärbereich. Somit können sie flexibel reagieren und bei Bedarf einfach den Standort wechseln.

Diese Einschätzung bestätigt sich auch im Blick auf den Caravan Salon Düsseldorf 2021, der vom 28. August bis 5. September in Düsseldorf stattfinden wird. Die Weltleitmesse bietet auf einer Ausstellungsfläche von 200.000 Quadratmetern auf dem Messegelände die weltweit größte Auswahl an Freizeitmobilen, dazu Fahrzeugtechnik, Komponenten und Ausbauteile, sowie Caravaning- und Campingzubehör. Mehr als 500 Aussteller haben sich angekündigt, was einem Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

 

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