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Weihnachtsmarkt 2020 in Düsseldorf abgesagt

In diesem Jahr wird es keinen Weihnachtsmarkt in Düsseldorf geben. Angesichts der Entwicklungen der Corona-Pandemie sehe man sich dazu gezwungen von den ursprünglichen Plänen abzurücken, so der Veranstalter Düsseldorf Tourismus am Donnerstagnachmittag. Erst kürzlich hatte man noch ein detailliertes Hygienekonzept vorgestellt, das einen sichern Besuch des Weihnachtsmarktes 2020 gewährleisten sollte. Dafür seinen umfangreiche Maßnahmen im Sinne des Infektionsschutzes vorbereitet worden, sagte Ole Friedrich, Geschäftsführer der Düsseldorf Tourismus. Jedoch zeige das aktuelle Infektionsgeschehen, dass dieses Jahr kein Markt mit Wohlfühlatmosphäre möglich sei.

Weihnachtsmarkt 2020 sollte am 19. November starten

Weihnachtsmarkt Düsseldorf
Der beliebte Weihnachtsmarkt vor dem historischen Rathaus, Foto: Düsseldorf Tourismus

Der urspünglich geplante Weihnachtsmarkt hätte am 19. November starten sollen, allerdings in deutlich verkleinerter Ausführung. Statt der sonst über 220 Buden war nur rund die Hälfte geplant, die bis zum 30. Dezember geöffnet haben sollten. Es hätte vor allem Angebote aus den Bereichen Handwerk und Geschenkartikel gegeben, zudem ein umfangreiches Gastronomieangebot. Auch der Alkoholausschank mit Glühwein, Feuerzangenbowle und Altbier sollte möglich sein.

Auf der Marktfläche wären jedoch nur etwa 30 Prozent der üblichen Personenzahl zugelassen gewesen – bei obligatorischer Abstandsregel von 1,5 Meter und dauerhafter Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Durch Zugangskontrollen sollte der Besucherstrom laufend kontrolliert werden. Auf das Rahmenprogramm und die zahlreichen Aktionen für Kinder wie Märchenstunde, Puppentheater, Weihnachtssingen und Kinderbetreuung sollte verzichtet werden. Damit hätte man mehr gemacht als die aktuellen Auflagen erfordern und das möglichste getan um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, so Friedrich.

7-Tages-Inzidenz bei 91,3

In Düsseldorf steigen die Infektionszahlen seit Tagen an. Die wichtige 7-Tages-Inzidenz erreichte nach Auskunft der Stadt am heutigen Donnerstag einen neuen negativen Spitzenwert von 91,3. Dieser Wert gibt die Zahl der bekannt gewordenen Infektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner an. Von den aktuell 485 infizierten Menschen in der Landeshauptstadt werden 68 in Krankenhäusern behandelt, davon 10 auf Intensivstationen. 2.459 Menschen befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne – das sind 158 mehr als am Vortag. Insgesamt sind seit März 55 Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren und zumeist Vorerkrankungen hatten, in Düsseldorf gestorben.

Stadt will Händler und Schausteller unterstützen

Das wachsende Risiko mache es für alle Beteiligten unmöglich, seriös zu planen, weswegen man sich nun für einen klaren Schnitt entschieden habe, so Ole Friedrich. Der Düsseldorfer Einzelhandel äußerte Verständnis, befürchtet aber negative Auswirkungen auf das Weihnachtsgeschäft. Wie es aus der Stadtverwaltung heißt, prüfe man aktuell Möglichkeiten, um Händler und die von der Absage besonders hart getroffenen Schausteller zu unterstützen. Ihnen sollen Möglichkeiten gegeben werden, zumindest einige Buden anderswo im Stadtgebiet aufzustellen. Bis zu 80 Prozent der Schausteller sind in ihrerer Existenz bedroht.

Der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt gilt als einer der besucherstärksten der Region. Jedes Jahr strömen hunderttausende Tagestouristen in die Innenstadt, um die sieben liebevoll gestalteten Märkte zu besuchen. Im vergangenen Jahr steuerten mehr als 1.800 Busse Düsseldorf an. Die Besucher kamen vor allem aus den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und England.

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