
Beim Autozulieferer ZF droht am Standort Düsseldorf erneut der Wegfall jeder fünften Stelle. Insgesamt könnten rund 100 Mitarbeitende ihre Arbeit verlieren. Betroffen sind vor allem hochqualifizierte Fachkräfte im Ingenieurwesen. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf einen ZF-Sprecher.
100 Ingenieure verlieren ihren Job
ZF gilt als einer der weltweit bedeutensten Zulieferer im Automobilsektor. Die Gruppe ist in 30 Ländern aktiv und beschäftigt rund 161.000 Mitarbeitende, davon zuletzt rund 54.000 in Deutschland. Im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt unterhält die ZF Group einen von insgesamt 19 Hauptentwicklungsstandorten.
Hunderte Ingenieure sind hier unter dem Dach der ZF Active Safety GmbH beschäftigt, um die neuesten Technologien im Bereich Lenkungssysteme und autonomes Fahren zu entwickeln. Unter anderem wurde hier das wegweisende Projekt „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ (KoMoDnext) realisiert, im Rahmen dessen das Potenzial von Vernetzung zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur für die Sicherheit im Straßenverkehr erforscht wurde.
Anfang des Jahres waren noch 625 Vollzeitkräfte für ZF in Düsseldorf tätig, bevor im April der Abbau von rund 150 Stellen bekanntgegeben wurde. Nun verliert das „Düsseldorf Tech Center“ weitere hochspezialisierte Ingenieure.
ZF baut in Deutschland insgesamt 14.000 Stellen ab
Insgesamt sollen bis Jahresende 2029 etwa 14.000 Stellen bei ZF in Deutschland abgebaut werden – soweit möglich sozialverträglich. Das hatte der Konzern bereits 2024 bekannt gegeben. Damals war die Rede von Altersteilzeitangeboten sowie einem Abfindungsprogramm.
ZF gilt als hochverschuldet und leidet wie andere Automobilzuliefer unter der schwächelnde Konjunktur in der Automobilbranche und den hohen Investitionskosten für die Transformation zur Elektromobilität. Daher hatte der Konzern sich ein Sparprogramm verordnet, durch das rund sechs Milliarden Euro eingespart werden sollen. Durch zahlreiche Maßnahmen will sich ZF wieder freischwimmen und seine Marktposition verbessern, um den Wandel zur E-Mobilität erfolgreich mitzugestalten.
Zukunft von ZF in Düsseldorf vorerst bis 2030 gesichert
Dabei setzt man offenbar auch in Zukunft auf den Standort Düsseldorf. Zumindest bis Ende 2030 gilt das „Düsseldorf Tech Center“ als gesichert. Jedoch wandern aufgrund des steigenden Kostendrucks immer mehr Tätigkeiten in günstigere Standorte ab, etwa im Bereich der Softwareentwicklung. Daher bleibt es abzuwarten, wie sich das Sparprogramm in den kommenden Jahren weiter auswirkt.
