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Vorsorge treffen schon in jungen Berufsjahren

Das Alter beginnt mit einer zwei, der Hochschulabschluss steckt in der Tasche, die ersten Berufserfahrungen wurden gesammelt und die Chancen auf eine glänzende Karriere sind hervorragend. Es gibt viele solcher Menschen in Düsseldorfs Wirtschaft. Sie sind ambitioniert, gut ausgebildet und verdienen häufig schon in jungen Jahren mehr als viele Altersgenossen. Just dies sollte aber auch Anlass sein, frühzeitig den Grundstein für eine umfassende Vorsorge und entsprechende Absicherung zu legen.

Work-Life-Balance ist beste Vorsorge

Vorsorge
Eine ausreichende Vorsorge ist für junge Arbeitsnehmer häufig noch kein Thema, Foto: stock.adobe.com © moodboard

In der heutigen Arbeitswelt ist der Stresspegel schon bei jungen Arbeitnehmern hoch. Dies in Verbindung mit entsprechenden Ambitionen und einem gewissen Maß an Selbstüberschätzung, kann dafür sorgen, dass sich bereits früh ein folgenschweres Fehlverhalten einschleift. Eines, das man nicht lehrt, dass alle Leistungen ihren Tribut verlangen und der entstandener Stress abgebaut bzw. ausgeglichen werden muss. Wer dieses Fehlverhalten nicht rechtzeitig bemerkt und gegensteuert, muss nicht selten eine hohe Rechnung zahlen. Die Folge kann zum Beispiel ein Burn-out sein. Dieser medizinisch nicht eindeutig festgelete Begriff beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, der bis hin zur Arbeitsunfähigkeit führen kann. Heute glaubt bereits jeder 2. von einem Burnout bedroht zu sein. 60 Prozent klagen über typische Burnout-Symptome.

Grund genug, sein eigenes Verhalten regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und für eine entsprechende Work-Life-Balance zu sorgen. Unter diesem Begriff versteht man das Verhältnis zwischen einer Arbeit, die vor allem monetären Gesichtspunkten und der Selbstverwirklichung dient, und einem erfüllten Privatleben, das sich vor allem den Themen Familie und Freunde, Hobbys und Gesundheit widmet. Nur wenn diese beiden Bereiche im Gleichgewicht sind, ist eine dauerhafte Leistungserbringung auf hohem Niveau gewährleistet.

Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung ist nur etwas für Beamte und mindestens Führungskräfte aus dem mittleren Management? Das stimmt nicht ganz. Sie ist zwar nicht für jedermann geeignet, wohl gibt es bei der Privaten Krankenversicherung aber auch attraktive Konditionen für Angestellte. Und zwar, sobald deren Brutto-Jahresgehalt die Versicherungspflichtgrenze überschreitet – 2021 beträgt diese 64.350 Euro.

Ab diesem Punkt kann sich der Wechsel in die private Krankenversicherung lohnen. Allerdings sollten die individuellen Bedürfnisse und Lebensplanungen berücksichtigt werden. Nicht selten kann eine private Krankenversicherung ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis offerieren und zusätzliche Services, die es nur für Privatversicherte gibt. Außerdem bedeutet ein Umstieg in jungen Jahren in der Regel einen besseres Gesundheitsstatus. Ein solcher erleichtert die notwendige Gesundheitsprüfung der privaten KKV. Ähnlich verhält es sich bei einer weiteren Form von Absicherung:

Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll

Was den Verlust der Arbeits- respektive Berufsfähigkeit anbelangt, ist der gesetzliche Sektor leider mangelhaft aufgestellt. Im Bedarfsfall ist es schwierig den Leistungsanspruch geltend zu machen. Zudem sind die zu erwartenden Mittel stark begrenzt. Grund genug auf privater Ebene vorzusorgen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Eine solche zahlt im Leistungsfall eine monatliche Rente und befreit den Versicherungsnehmer von Beiträgen. Beim Abschluss gilt: umso früher desto besser – und günstiger. In jungen Jahren blickt man in aller Regel noch nicht auf eine lange Historie von Erkrankungen zurück und ist somit ein unvorbelasteter Kandidat. Wer erst nach einem Bandscheibenvorfall oder einem erlittenen Karpaltunnelsyndrom den Weg zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung sucht, hat deutlich schlechtere Karten.

Lebensfreude erlernen

Es mag überraschen, aber was die generellen Zahlen depressiver Personen anbelangt, so entfällt auf die Altersgruppe zwischen 20 und 30 ein seit Jahren bedenklich steigender Anteil. Noch 2010 hatte diese Altersgruppe nach offiziellen Untersuchungen den insgesamt geringsten Anteil, zudem waren Mitglieder oberer Bildungsgruppe weniger gefährdet. Doch schon 2017 bot sich dem RKI ein anderes Bild: 9,9 Prozent der Frauen, 7,0 Prozent der Männer in den oberen Bildungsgruppen zwischen 18 und 29 Jahren zeigten depressive Symptomatiken. Besser wurde es seitdem nicht. Ein Grund dafür ist, dass viele junge Menschen trotz beruflichem Erfolg noch keinen Lebensmittelpunkt gefunden haben. Kommt dann noch eine hohe Arbeitsbelastung samt entsprechendem Leistungsdruck hinzu und spielen sich immer mehr Sozialkontakte nur digital ab, können Depressionen die Folge sein.

Daher ist neben der erwähnten Work-Life-Balance einen „Lebensanker“ wichtig, der neben einem Partner oder einem engen Vertrauten außerhalb des Berufsumfeldes auch ein leidenschaftlich gepflegtes Hobby oder Sport bzw. eine Vereinsmitgliedschaft sein kann. Wichtig ist letztlich, dass dieser Anker nicht nur digital greift und möglichst jenseits des Beruflichen steht.

Regelmäßiger Sport

Vor allem wer einer klassischen Bürotätigkeit nachgeht, sollte als Ausgleich regelmäßig Sport treiben. Andernfalls erhöht sich schon vor dem 30. Geburtstag das Risiko für Schäden des Bewegungsapparates sowie des Herz-Kreislauf-Systems. Ein Umstand der auch den  Arbeitsgebern nicht verborgen bleibt, weswegen viele Unternehmen ihren Mitarbeitenden Sportmöglichkeiten am Arbeitsplatz bieten oder sportliche Aktivitäten im Verein oder Fitnessstudio bezuschussen. Durch regelmäßigen Sport werden Stoffwechselvorgänge in Gang gebracht und unter anderem das Stresshormon Cortisol effizient abgebaut. Somit ist Sport eine wichtiger Baustein innerhalb einer sinnvollen Vorsorge.

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