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Vallourec-Werk in Düsseldorf vor dem Aus?

Dem Vallourec-Werk im Düsseldorfer Stadtteil Rath droht das Aus. Wie der französische Mutterkonzern bekanntgab, sollen die beiden verbliebenen Röhrenwerke in Deutschland verkauft werden. Neben dem Standort in Düsseldorf geht es also auch um das Werk in Mülheim an der Ruhr. Insgesamt sind in Deutschland 2.400 Menschen für den Stahlrohrspezialisten Vallourec tätig, 1.650 davon in Düsseldorf.

Im vergangenen Jahr war bereits das Vallourec-Werk in Düsseldorf-Reisholz geschlossen worden. 300 Mitarbeiter verloren ihre Arbeit. Damals wurde gesagt, dass für das Vallourec-Werk in Rath keine Maßnahmen geplant seien. Durch die Schließung des Standortes in Reisholz sei die Wettbewerbsfähigkeit von Vallourec Deutschland gesichert.

Verkauf von Vallourec-Werk bis Mitte 2022 geplant

Nach Angaben der Konzernfühung wird ein Verkauf der verbliebenen Werke in Deutschland bis Mitte 2022 angestrebt. Sollte dies nicht gelingen, könnte auch eine Schließung drohen. Grund für die Pläne sind anhaltende Verluste. Demnach sind in den letzten sechs Jahren vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro zusammengekommen. Eine Besserung der Lage sei zudem nicht in Sicht. Man kämpfe mit einer anhaltend niedrigen Auftragslage in einem stark umkämpften Marktumfeld, sei jedoch auf eine gute Auslastung angewiesen, um die deutschen Walzwerke kosteneffizient betreiben zu können. Darüber hinaus habe auch Vallourec mit den gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen.

Der Konzern möchte die Produktion insgesamt neu strukturieren. Die Fertigung für die Öl- und Gas-Industrie soll künftig nur noch in Brasilien stattfinden. In Deutschland würde dann nur noch die Fertigung für Industrie und den Energiesektor verbleiben.

2.000 Vallourec-Mitarbeiter demonstrieren

Infolge der Verkaufspläne gingen Anfang vergangener Woche rund 2.000 Angestellte der Vallourec-Werke aus Düsseldorf und Mülheim auf die Straße. Ein Demonstrationszug zog vom Tor 1 des Werkes in Rath durch den Stadtteil. Die Arbeitnehmervertreter befürchten einen Kahlschlag und beklagen mangelnde Weitsicht der Konzernführung. So sei in Deutschland nicht früh genug auf innovative Produkte gesetzt worden. Das sei ein strategischer Fehler gewesen, den die Belegschaft nun auszubaden habe.

Neben den Mitarbeitern von Vallourec könnten tausende weitere Arbeitsplätze in ganz Nordrhein-Westfalen von den möglichen Schließungen betroffen sein. Bezieht man auch Zulieferer wie die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH in Duisburg mit ein, sind insgesamt 7.000 bis 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Oberbürgermeister schalten sich ein

Inzwischen schalteten sich auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Mühlheims Oberbürgermeister Marc Buchholz ein. Sie trafen sich Anfang der Woche mit dem Vallourec-Betriebsrat und sagten Ihre Unterstützung zu. Ziel sei es, die Industriearbeitsplätze zu sichern und die Standorte soweit wie möglich zu erhalten, so die Spitzen beider Städte in einer Pressemitteilung. Dafür sollen neben Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern auch Vertreter der Landesregierung und weiterer Institutionen wie z.B. der IHK hinzugezogen werden.

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