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Test des TÜV Rheinland findet hohe Keimbelastung im Leitungswasser

Logo TÜV RheinlandAuch wenn Deutschland für seine hohe Trinkwasserqualität bekannt ist, sollte man in öffentlichen Gebä uden Vorsicht walten lassen. Ein bundesweiter Test von TÜV Rheinland und ARD Plusminus in zehn deutschen Großstädten zeigt: In der Hälfte der untersuchten 50 Wasserproben aus öffentlich zugänglichen Gebä uden wurden zum Teil starke mikrobiologische Verkeimungen gefunden.

Für den Test wurden jeweils fünf Proben aus öffentlichen Toilettenräumen analysiert, z.B. aus Universitäten, Bahnhöfen und Krankenhäusern. In Düsseldorf waren vier von fünf Proben verkeimt, in Essen eine von fünf. Gründe können dafür z.B. kaputte Leitungen oder mangelnde Hygiene sein.

Die Trinkwasserverordnung sieht vor, dass das Trinkwasser in Deutschland beim Endverbraucher frei von mikrobiellen Belastungen und nicht gesundheitsschädigend aus dem Wasserhahn kommt. Die Wasserversorgungsunternehmen sind für die Qualität des Wassers bis zum Hausanschluss verantwortlich, also für den Transport zum Endverbraucher. Für die Instandhaltung der Leitung und Hygiene in den Sanitäranlagen bis zur Entnahmestelle in den Gebäuden selbst ist jedoch der jeweilige Gebäudebetreiber verantwortlich.

Für die Wasserhygiene sind saubere Leitungen, die durch ausreichend fließendes Wasser regelmäßig gespült werden, die Grundvoraussetzung. „Verkeimungen können zum Beispiel durch kaputte Leitungen oder retrograde Verkeimung, eine Rückverkeimung durch stehendes oder nur langsam fließendes Wasser, entstehen. Stagniert das Wasser in den Leitungen oder fließt nur wenig Wasser mit wenig Druck durch die Leitungen können sich leicht sogenannte Biofilme bilden, die dann dauerhaft Keime in das Trinkwasser abgeben“, sagt Dr. Walter Dormagen, Experte für Mikrobiologie bei TÜV Rheinland. Aber auch mangelnde Hygiene in sanitären Anlagen kann zu einer Verkeimung des Wassers führen. Ist beispielsweise der Wasserhahn nicht richtig gereinigt, können Keime in das Wasser gelangen.

Doch auch die Nutzer selbst können etwas tun. Zur Verbesserung der Wasserhygiene empfiehlt TÜV Rheinland einen bewussten Umgang mit Wasser: So sollte der Verbraucher vor der Wasserentnahme das Wasser einen Moment laufen lassen, damit ein Teil womöglich vorhandener Keime weggespült werden kann. So wird sichergestellt, dass Wasser, was länger in den Leitungen gestanden hat, abfließen kann. Auch sollte regelmäßig aus allen Wasserhähnen Wasser entnommen werden, um eine Stagnation des Wassers in den Leitungen zu verhindern. Die Vorlauftemperatur von Warmwasser sollte auf mindestens 50 °C eingestellt werden. Erfahrungsgemäß wird das Wachstum der meisten Bakterien ab dieser Temperatur gehemmt. Auch eine Erhöhung des Wasserdrucks führt zu einer besseren Durchspülung und Reinigung der Leitungen.

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