Die Stadtwerke Düsseldorf planen auch in den nächsten Jahren massive Investitionen, von denen vor allem der Wirtschaftsstandort Düsseldorf profitieren wird. Bis 2030 sollen mehr als eine Milliarde Euro in zielgerichtete Projekte fließen. Das gab das Unternehmen im Rahmen der Vorstellung des Geschäftsberichts für das Jahr 2024 bekannt. Demnach soll vor allem der Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme, die Modernisierung und die Digitalisierung der Netze sowie der weitere Ausbau der regenerativen Stromerzeugung vorangetrieben werden.
Stadtwerke Düsseldorf: Umsatz und Überschuss geschrumpft

Die Stadtwerke Düsseldorf, die seit 2001 mehrheitlich zum Energieversorger EnBW gehören, sehen sich für die Zukunft solide aufgestellt und auf einem nachhaltigen Wachstumskurs. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte bei einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro ein Überschuss von 104 Millionen Euro eingefahren werden. Damit lag man zwar wie erwartet unter dem Ergebnis des Vorjahres, sieht sich für anstehende Aufgaben jedoch gut gerüstet. Dazu trägt vor allem die Ankündigung der Anteilseigner bei, auf eine Gewinnausschüttung zu verzichten, um die Kapitalbasis der Stadtwerke zu stärken und die geplanten Investitionen überhaupt erst zu ermöglichen.
Seit 2021 hat der Kommunalversorger der NRW-Landeshauptstadt seine Investitionen verdoppelt. Nach Angaben von Finanzvorstand Jan Huth fließen mehr als zwei Drittel der Mittel in „grüne Maßnahmen und Projekte“. Alleine im laufenden Jahr 2025 sind Investitionen in Höhe von rund 180 Millionen Euro geplant.
Leuchtturmprojekte für den Wirtschaftstandort Düsseldorf
Mit einem wegweisenden Projekt in Sachen Fernwäre, das aktuell gemeinsam mit dem Henkel-Konzern realisiert wird, möchten die Stadtwerke den Wirtschaftsstandort Düsseldorf langfristig stärken. Im Rahmen einer Klima-Kooperation wird die industrielle Abwärme des Henkel-Werkes für das Düsseldorfer Fernwärme-Netz nutzbar gemacht. Damit leisten sowohl Stadtwerke als auch der Konsumgüterkonzern aus Düsseldorf einen wichtigen Beitrag zur Vergrünung der Fernwärme.
Der Spatenstich für das Projekt erfolgte bereits vor zwei Jahren. Erst kürzlich wurde mit einem 51 Meter hohen und 56 Tonnen schweren, stählernen Kamin auf dem Henkel-Gelände ein weithin sichbarer Meilenstein der Kooperation fertiggestellt. Bis Anfang 2026 soll das Projekt abgeschlossen sein, so dass bis zu 35 Prozent der Fernwärme für die Stadtteile Garath und Benrath über die Abwärme und Wärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung von Henkel gedeckt werden kann.
Ebenfalls im Bereich der Fernwärme angesiedelt ist ein weiteres Projekt am Kraftwerksstandort Auf der Lausward. Hier soll durch den Einsatz von Flusswärmepumpen die Wärmeenergie des Rheins genutzt werden. Dabei wird Wasser aus dem Gewässer entnommen und dessen Wärme über einen Wärmetauscher an ein Kältemittel abgegeben. Dies wird in einer Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau gebracht, um es für Heizungsanlagen nutzbar zu machen.
Ein weiteres spannendes Projekt ist eines sogenannter Elektrolyseur, der aktuell in Kooperation mit Rheinbahn und H2 Mobility Deutschland entsteht. Dieser soll ab dem kommenden Jahr die neuartige Hochleistungs-Wasserstofftankstelle am Höherweg mit Wasserstoff versorgen. Der für die Erzeugung notwendige Strom wird mit dem biogenen Anteil aus der Müllverbrennungsanlage produziert. Ein echtes Vorzeigeprojekt für urbane die Sektorenkoppelung.
„All diese Projekte zahlen auf die Erreichung der Klimaschutzziele und die nachhaltige Versorgungssicherheit der Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ein und stärken gleichzeitig den Wirtschaftsstandort Düsseldorf. Möglich sind diese Investitionen vor allem dank unserer erfolgreichen Geschäftsstrategie und dem Verzicht der Anteilseigner auf Ausschüttung der Gewinne. Dies kommt vielen Bereichen zugute: Neben dem zukunftsorientierten und nachhaltigen Aus- und Umbau in der klassischen Energieversorgung, investieren wir auch in die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und in dezentrale Energielösungen für private Haushalte. So können wir wachsen und gleichzeitig die Energiewende mit vorantreiben. Das gelingt uns auch, weil wir starke Partner wie das Düsseldorfer Handwerk und die hier ansässige Industrie an unserer Seite haben.“
Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf
