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Rheinmetall verkauft ziviles Geschäft an Finanzinvestor

Der Düsseldorfer Rheinmetall Konzern trennt sich von seinem zivilen Geschäft und setzt in Zukunft ausschließlich auf Rüstung. Der Verkauf der sogenannten „Division Power Systems“, die maßgeblich das zivile Autozuliefergeschäft umfasst, an Aequita, spült insgesamt 350 Millionen Euro in die Kassen. Dafür erhält die in München ansässige Industriegruppe 100 Prozent der Anteile. Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Die zuständigen Aufsichts­behörden müssen dem Deal jedoch noch zustimmen.

Alle Mitarbeitenden sollen übernommen werden

Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf
Blick auf die Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf, Foto: Rheinmetall AG

Im Jahr 2023 hatte sich der Rüstungskozern bereits vom Geschäft mit Groß- und Kleinkolben getrennt. Im vergangenen Jahr begann dann die Suche nach einem Käufer für das Autozulieferergeschäft. Mit dem Finanzinvestor Aequita ist dieser nun gefunden.

Die Münchner wollen den Geschäftsbereich Power Systems als eigenständige Organisation fortführen und sehen die hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wichtigstes Kapital. Entsprechend sollen alle der weltweit rund 6.250 Mitarbeitenden weiterbeschäftigt werden. Auch die bekannten Traditionsmarken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice sollen erhalten bleiben.

Rheinmetall trennt sich von zivilem Geschäft

Rheinmentall bezeichnet den Verkauf als „Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung“. Bereits seit längerem konzentriere man sich auf das stark wachsende Geschäft mit den militärischen Kunden und Sicherheitsbehörden. Dies wolle man künftig stärker fokussieren und gleichzeitig das technologische Portfolio auf die Domänen Air, Sea und Space ausweiten, heißt es in einer Mitteilung. Die Auftragsbücher des Düsseldorfer Dax-Konzerns sind für die kommenden Jahre stark ausgelastet und Rheinmetall-Chef sieht aufgrund der geopolitischen Lage noch enormes Wachstumspotential.

Mit dem zivilen Geschäft rund um Luft- und Abgasmanagement von Verbrennungsmotoren, Gleitlager und Gussteile erwirtschaftete Rheinmetall zuletzt rund zwei Milliarden Euro Umsatz. Allerdings lag die Ergebnismarge mit lediglich vier bis fünf Prozent deutlich hinter der operativen Marge des übrigen Konzerns. Zudem sahen die Prognosen für das insgesamt schwächelnde Autozulieferergeschäft, in dem in Deutschland zuletzt zehntausende Stellen abgebaut wurden, wenig optimistisch aus.

Ausnahmen vom Deal mit Aequita

Dennoch nahm Rheinmetall einige Werke aus dem Deal mit Aequita heraus. So verbleiben die drei deutschen Standorte der KS Huayu AluTech GmbH in Neckarsulm, Walldürn und Langenhagen im Konzern. Auch die Die Beteiligung an der Dermalog SensorTec GmbH sowie das spanische Werk Abadiano der Pierburg S.A. werden nicht mitverkauft. Diese werden in anderen Geschäftsfelder der Rheinmetall AG ein­gegliedert und mittelfristig für das Rüstungsgeschäft umgewidmet. Ähnlich war Rheinmatll zuletzt mit zwei zivilen Werken bei Berlin und in Neuss vorgegangen.

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