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Real Verkauf: Metro nimmt Verkaufsverhandlungen auf

Der Handelskonzern Metro hat offenbar einen Käufer für die angeschlagene Supermarktkette Real gefunden. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden exklusive Verkaufsverhandlungen mit der Hamburger Immobiliengesellschaft Redos aufgenommen. Nach Angaben der Metro ist bereits im Sommer mit einem Vertragsabschluss zu rechnen. Allerdings müssen zuvor noch Vorstand und Aufsichtsrat überzeugt werden und Kartell- und Aufsichtsbehörden zustimmen. Der Unternehmenswert von Real wird mit rund einer Milliarde Euro angegeben, das Eigenkapital mit 500 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten sollen vom neuen Eigentümer übernommen werden. Die Metro schreibt für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 385 Millionen Euro auf die Tochter ab.

real betreibt rund 280 Märkte in Deutschland, Foto: © real,- SB Warenhaus GmbH

Metro-Chef Olaf Koch sucht bereits seit einiger Zeit einen Abnehmer für die SB-Warenhaus-Tochter. Es gab verschiedene Interessenten, die jedoch häufig nur einen Teil der insgesamt 280 real-Märkte übernehmen wollten. Koch hingegen strebte stets einen vollständigen Verkauf an. Mit Redos scheint nun der richtige Partner gefunden. Man habe bereits ein entsprechendes Rahmenkonzept erarbeitet, heißt es. Demnach bleibt die Metro für mindestens drei Jahre mit 24,9 Prozent am operativen Geschäft von Real beteiligt. Der Käufer strebt nach Angaben der Metro umfangreiche Investitionen sowie eine „Anpassung des Filialnetzes“ an. Wie genau sich die Neuausrichtung letztlich gestaltet, soll nun gemeinsam mit der Geschäftsführung von Real ausgearbeitet werden.

Real Verkauf bringt unsichere Zukunft für Real-Beschäftigte

Die Tatsache, dass es sich bei Redos jedoch nicht um ein Einzelhandelsunternehmen sondern um einen Immobilieninvestor handelt, sorgte bei Experten für Verwunderung. So sei fraglich, wie langfristig der Weiterbetrieb der Real-Märkte letztlich angedacht sei. Somit bleibt die Zukunft der rund 34.000 Real-Beschäftigten vorerst ungewiss. Metro-Chef Koch versicherte jedoch, dass der Kern des Unternehmens auch nach einem Verkauf erhalten bleiben solle. Arbeitnehmervertreter forderten eine langfristige Perspektive fürs Unternehmen.

Experte für Einzelhandelsimmobilien

Die Immobiliengesellschaft Redos mit Sitz in Hamburg ist auf großflächige Einzelhandelsimmobilien spezialisiert. Das Unternehmen, zudem auch der Immobilieninvestor ECE und die Immobilienabteilung der Investmentbank Morgan Stanley gehören, verfügt bislang über 74 Objekte in Deutschland mit einer Mietfläche von insgesamt einer Million Quadratmetern und einem Wert von 2,5 Milliarden Euro. Laut der Website des Unternehmen steht das „erfolgreiche Redevelopment von Einzelhandelsimmobilien“ im Hinblick auf eine „nachhaltige Wertsteigerung“ im Zentrum der Geschäftsaktivitäten.

„Mit dem von Redos geführten Konsortium haben wir einen starken und erfahrenen Partner gefunden, der aus unserer Sicht das überzeugendste Konzept für die Neuausrichtung von Real vorgelegt hat. Als Minderheitsgesellschafter sind wir bereit, den weiteren Weg verantwortungsvoll für einen definierten Zeitraum zu begleiten. Damit vollziehen wir die vollständige Fokussierung auf den Großhandel.“

Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG

An der Börse kamen die Planungen zum Verkauf von Real indes nicht gut an. Die Aktie des Düsseldorfer Metro Konzerns rutschte zum Börsenstart in den Keller und büßte zeitweise fast 9 Prozent des Wertes vom Vortag ein. Offenbar hatte man mit deutlich höheren Mittelzuflüssen durch den Verkauf gerechnet.

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