home Messe, Wirtschaft PSI 2021 – europäische Leitmesse der Werbeartikelwirtschaft soll stattfinden

PSI 2021 – europäische Leitmesse der Werbeartikelwirtschaft soll stattfinden

Auch wenn in diesem Jahr zahlreiche Messen aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten, gehen die Macher der PSI bislang davon aus, dass die europäische Leitmesse der Werbeartikelwirtschaft im Januar 2021 wie geplant in Düseldorf stattfinden kann. Gemeinsam mit den Fachmesse PromoTex Expo und Viscom soll vom 12. bis 14. Januar 2021 die Werbeartikel-, Textil- und Veredelungsbranche nach einem Jahr „physical distancing“ erstmals wieder unter einem Dach zusammenkommen. Die Veranstalter haben ein umfangreiches Hygiene- und Sicherheitskonzept erdacht, das den Besuchern ein Maximum an Sicherheit gewährleisten soll. Neben einer durchdachten Wegeführung, orientiert sich das Konzept an den bewährten A-H-A-Regeln: Abstand halten, Hygiene wahren, Alltagsmaske tragen.

PSI 2021 mit ergänzendem, digitalen Angebot

PSI Düsseldorf
Die PSI 2021 soll wie geplant stattfinden, Foto: Messe PSI / Behrendt und Rausch

Für die Besucher, die die PSI 2021 dennoch nicht besuchen können, ist ein ergänzendes virtuelles Messeangebot geplant. So sind digital aufbereitete Produkthighlights der Aussteller und das Streamen von Veranstaltungen vorgesehen. Zudem wird es ein neuartiges „Video Matchmaking“ geben, bei dem Austeller und Besucher live miteinander in Kontakt treten können. Wer vor Ort ist, kann die Matchmaking Lounge in Halle 10 nutzen. Dort haben Besucher die Gelegenheit, Geschäftspartner, Investoren, Hersteller oder Distributoren zu treffen. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass Termine bereits im Vorfeld online vereinbart werden sollten, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Auch das breitgefächerte Rahmenprogramm mit aktuellen Trendthemen aus der Werbeartikelbranche soll sowohl online wie offline verfügbar sein. Besucher haben zudem die Möglichkeit über die besten Neuheiten, Sonderanfertigungen, Topseller und die nachhaltigsten Produkte abzustimmen. Die Produkte mit den meisten Stimmen werden am letzten Tag der PSI 2021 bekannt gegeben.

Bedeutung von Werbeartikeln in Zeiten der Pandemie

Generell stellt sich heutzutage zweifelsohne die Frage nach der Bedeutung von Werbeartikeln im modernen Marketing-Mix. Gerade in Zeiten der Pandemie, in der zahlreiche Mitarbeiter im Homeoffice iherer Arbeit nachgehen, haben klassische Offline-Maßnahmen jedoch die Chance, vermehrt Aufmerksamkeit zu generieren. Denn klassische Werbeartikel finden am heimischen Arbeitsplatz häufig eine schnellere Akzeptanz und werden eher und häufiger genutzt. Dabei kommen vier psychologische Mechanismen zum Tragen, die den Werbewert stärken:

  1. Der Langzeiteffekt resultiert daraus, dass der Beschenkte über einen möglichst langen Zeitraum einen konkreten Nutzen durch das Werbegeschenk hat. Er erfährt es als positiv, da nützlich, und festigt diesen Eindruck bei jedem erneuten Gebrauch. Somit können Werbeartikel dem hauseigenen Branding dienen, was bekanntlich auch die Kundengewinnung und -bindung fördert.
  2. Die Reziprozitätsnorm beschreibt das Bedürfnis, dass ein Mensch etwas „zurückgeben“ will, wenn ihm etwas geschenkt wurde. Durch ein Werbegeschenk entsteht also mitunter auch ein Gefühl der Verpflichtung. Sozusagen auf Gegenseitigkeit basierend, steigt dadurch die Chance, dass aus den Beschenken tatsächliche Kunden werden.
  3. Der Carpenter-Effekt ist nach einem englischen Naturwissenschaftler benannt und beschreibt die Festigung einer Werbebotschaft im Unterbewusstsein, je häufiger die Zielgruppe mit dieser konfrontiert wird. Ein Werbeartikel mit Firmenlogo kann hierfür bereits ausreichen, sofern er oft genug verwendet wird, sodass ein Erinnerungseffekt entsteht.
  4. Der sogenannte Endowment-Effekt wird auch gerne als der „Effekt des Besitztums“ bezeichnet und ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Was Menschen besitzen, erscheint ihnen wertvoller. Give-aways steigen somit in der Wertschätzung – und damit auch das Unternehmen selbst. Dadurch entsteht der Wunsch, dieses Produkt dauerhaft besitzen zu wollen. Ein Effekt, der sogar beim reinen Ausprobieren von Waren entsteht. Aus diesem Grund erhöhen Werbegeschenke wie Produktproben die Wahrscheinlichkeit, aus den Beschenkten kaufende Kunden zu machen.

Kleine Geschenke mit großer Wirkung

In regelmäßigen Abständen werden zu dieser Wirkung durch den Gesamtverband der Werbeartikel-Wirtschaft e. V. interessante Zahlen veröffentlicht. Demnach erzielte der Werbeartikelumsatz im Jahr 2018 mit 3.584 Millionen Euro einen neuen Höchststand. Mehr als 70 Millionen Menschen in Deutschland besitzen mindestens einen Werbeartikel. Diese befinden sich oft über mehrere Jahre in ihrem Besitz und werden von ihnen intensiv genutzt. Somit ergibt sich für haptische Werbung durch Give-aways eine durchschnittliche Reichweite von 89 Prozent. Rund 70 Prozent der Befragten geben zudem an, sich bewusst an den Markennamen des jeweiligen Unternehmens zu erinnern. Sie empfinden mehr Vertrauen gegenüber werbenden Unternehmen und würden es eher weiterempfehlen.

Allerdings treffen diese Aussagen nur zu, wenn die Qualität der Werbegeschenke überzeugt. Denn auch der gegenteilige Effekt ist möglich: Wird der Artikel negativ erlebt, beispielsweise aufgrund einer schlechten Qualität, so wird auch die Marke negativ assoziiert.

Worauf es bei Give-aways ankommt

Damit die gewünschte, positive Assoziation entsteht, müssen Give-aways einige Grundvoraussetzungen erfüllen. Einerseits muss die Qualität überzeugen. Andererseits besteht die Herausforderung darin, aus der Masse herauszustechen. Denn die Anzahl an Mainstream-Werbeartikeln ist heutzutage groß und der 15. Kugelschreiber und die zugehörige Marke werden dem Beschenkten kaum im Gedächtnis bleiben. Stattdessen geht es darum, Aufmerksamkeit zu generieren, was vor allem durch einen konkreten Mehrwert erreicht werden kann. Das Ziel ist, dass die Empfänger den Werbeartikel oft und gerne verwenden. Zuletzt muss natürlich klar erkennbar sein, von wem das Geschenk stammt, denn nur dann kann eine Verknüpfung zwischen dem Gegenstand und dem Unternehmen entstehen. In der Regel wird das Give-away daher gemäß CI gestaltet und beispielsweise mit dem Logo bedruckt.

Werbeartikel und Compliance – ein Spannungsfeld?

Wenn Unternehmen noch zögern, ob sie Werbegeschenke einsetzen sollen oder nicht, ist das häufig in der Compliance-Frage begründet. Obwohl der Name dies vermuten lässt, handelt es sich jedoch nicht wirklich um Geschenke. Vielmehr zählen Give-aways zu den gängige Werbemaßnahmen, die in der Regel nicht unter die gängigen Compliance-Regeln fallen. Wer jedoch durch Zuwendungen eine unlautere Beeinflussung von Entscheidern herbeiführen möchte, handelt illegal. Da Werbeartikel meist nur einen geringen materiellen Wert haben, ist dies eher selten der Fall. Vorsicht ist aber bei teureren Artikeln geboten. Diese dürfen nicht „die persönliche, wirtschaftliche oder rechtliche Lage des Empfängers verbessern“, so der Kodex des Arbeitskreises Corporate Compliance. Eine definierte Wertobergrenze gibt es hierbei nicht, jedoch kann ein Wert von 50 Euro als Orientierung dienen.

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