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Metro-Konzern hält an Russland-Geschäft fest

Metro AG
Der Metro-Konzern will an seinem Russland-Geschäft festhalten, Foto: Metro AG

Trotz des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hält der Metro-Konzern an seinem Russland-Geschäft fest. Dafür erntet das in Düsseldorf beheimatete Unternehmen von immer mehr Seiten Kritik. Bei einer Protestaktion Ende März stellten Demonstraten etwa einen nachgebildeten Kindersarg mit Blumenschmuck und Ukraine-Flagge vor der Unternehmenszentrale ab und machten ihrem Unmut auf Plakaten Luft. Nun wendeten sich die Düsseldorfer Grünen in einem offenen Brief an den Konzern und forderten ihn zum Rückzug aus dem größten Land der Erde auf. Doch das würde den Handelskonzern hart treffen.

Grüne fordern Rückzug aus Russland

In dem offenen Brief der Grünen-Politiker vom 11. April heißt es, dass mit Blick auf den fortschreitenden Krieg Russlands gegen die Ukraine und auf die Nachrichten von schweren Kriegsverbrechen in Butscha und anderen Ortschaften ein Rückzug aus Russland überfällig sei. Die zahlreichen Hilfsangebote und das Engagement der Metro werden gewürdigt, aufgrund des „andauernden, menschenverachtenden und verbrecherischen und immer brutaler werdenden Krieges“ sei es jedoch in keiner Weise nachvollziehbar, dass sich der Konzern weiterhin an seinem Russland-Geschäft festhalte. Unterzeichner des Schreibens sind die Landesvorsitzende Mona Neubaur, die Sprecher des Kreisverbandes Paula Elsholz und Stefan Engstfeld (MdL) sowie die Sprecher der Ratsfraktion Angela Hebeler und Norbert Czerwinski. In inem weiteren Schreiben richten sich die Grünen auch an den an den Düsseldorfer Henkel-Konzern, der sein Russland-Geschäft ebenfalls weiter aufrecht erhält.

Metro-Konzern macht 10 Prozent des Umsatzes in Russland

Weltweit gehören 681 Märkte mit mehr als 95.000 Beschäftigten zur Metro AG. In Russland sind es 93 Märkte mit rund 10.000 Beschäftigten. Der Jahresumsatz liegt dort bei rund 2,4 Milliarden Euro, was einem Zehntel der gesamten Konzernerlöse entspricht. Somit stellt der russische Markt eine bedeutende Einnahmequelle dar. Zudem ist die Profitabilität in Russland offenbar deutlich besser, als etwa auf dem heimischen Markt. Daher möchte die Metro ihr Russland-Geschäft nicht ohne weiteres aufgeben, wäre ein späterer Wiedereinstieg doch höchst ungewiss. Wie ein Rückzug ablaufen kann, zeigte sich unlängst am Beispiel der Baumarkt-Kette Obi. Diese hatte nach der Bekanntgabe ihres Rückzugs die 27 Märkte in Russland, in denen 4.900 Mitarbeitende beschäftigt waren, an einen Investor verschenkt, um einer Enteignung zuvorzukommen.

Metro CEO Greubel äußert sich via LinkedIn

In einem Posting auf der Plattform LinkedIn betonte der CEO der Metro AG, Dr. Steffen Greubel, vor einigen Wochen, dass man von den Entwicklungen in der Ukraine schockiert sei. Rund 3.400 Mitarbeiter der Metro seien in dem Kriegsland beheimatet. Man organisiere Evakuierungen für Mitarbeiter und ihre Familien aus besonders gefährlichen Gebieten. Die Metro-Filialen in der Ukraine seien unter ständigen Sicherheitsüberlegungen teilweise geöffnet. Damit wolle der Konzern seinen Teil dazu beitragen, eine stabile Versorgung der restlichen Bevölkerung mit Lebensmitteln zu gewährleisten. Zudem würden viele Metro-Kollegen in den Nachbarländern Flüchtlinge an den Grenzen versorgen. Das Wichtigste sei nun, dass der Krieg beendet wird und man dem Frieden wieder eine Chance gege, so Greubel.

 

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