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Hotelsuchmaschine Trivago zurück in der Spur

Die Corona-Pandemie traf die Tourismus-Branche in besonderem Maß. In ihrem Fahrwasser geriet auch die Hotelsuchmaschine Trivago ins Schlingern. Aufgrund der Lockdowns und weltweiter Reise-Einschränkungen brach das Geschäft dramatisch ein. Zeitweise übersteig der Verlust gar den Umsatz des Düsseldorfer Unternehmens. Doch nach bangen Monaten ist nun endlich Besserung in Sicht. Wie Finanzvorstand Matthias Tillmann mitteilte, schrieb man im dritten Quartal 2021 mit einem Gewinn von 5,5 Millionen Euro endlich wieder schwarze Zahlen. Bis Ende Spetember konnte ein Umsatz von 138,6 Millionen Euro verzeichnet werden, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einer Umsatzsteigerung von 115,74 Prozent entspricht. Insgesamt sei auch für das Gesamtjahr 2021 mit einem positiven Geschäftsabschluss zu rechnen, so Tillmann.

Hartes Sparprogramm wegen Corona

Auf den coronabedingten Geschäftseinbruch hatte das Unternehmen mit Sitz im Düsseldorfer Medienhafen mit rigorosen Sparmaßnahmen reagiert. Zahlreiche Stellen wurden abgebaut und Büros geschlossen. Im Mai 2020 war die Rede von signifikanten Personalanpassungen. Auch am Trivago-Campus, der erst 2018 eröffnet worden war und Platz für bis zu 3.000 Mitarbeitende bietet, wurde das Flächenangebot reduziert, um die laufenden Kosten zu senken. Zudem mussten die Ausgaben für Werbung auf ein Minimum reduziert werden. Diese drastischen Maßnahmen zeigten jedoch Erfolg. Inzwischen zieht das Geschäft wieder deutlich an, auch wenn die Zahlen noch deutlich hinter denen vor der Pandemie zurückliegen.

Erschließung neuer Erlösquellen

Ein postiver Effekt der Corona-Pandemie: aufgrund der Umsatzeinbußen im Kerngeschäft musste die Trivago-Führung alternative Erlösquellen erschließen. Diese fördern das Geschäft nun nachhaltig. Beispielsweise öffnete man die Trivago-Technologie für externe Unternehmen. Mit Huawei konnte man in diesem bereich kürzlich ein echtes Schwergewicht gewinnen. Der chinesische Technologie-Riese wird auf seiner Mobile Service Platform eine App mit der Hotelsuche von Trivago anbieten, über die mehr als 5 Millionen Hotels und alternative Unterkünfte in 190 Ländern durchsucht werden können. Das Angebot von Huawei erreicht bis zu 580 Millionen Nutzer im Monat. Darüber hinaus wird die Trivago-Technologie in die Huawei-Dienste „Petal Search“ and „Petal Maps“ integriert, die als Alternative zu Google-Diensten eingesetzt werden.

Weitere Umsatzpotentiale erhofft man sich durch Projekte wie weekend.com. Die Plattform wurde für die gezielte Vermittlung von Wochenendreisen, sogenannte „City Trips“, geschaffen. Dafür werden verfügbare Direktflüge mit gut bewerteten Hotels in Europa und auf der ganzen Welt zu einem Pauschalangebot verknüpft, das Nutzer direkt mit wenigen Klicks buchen können. Der clevere Algorithmus stellt aus Millionen von Flügen und 100.000 Hotels täglich Angebote für mehr als 250 Reiseziele zusammen. Für Städtereisen und weitere Pauschalangebote sieht Trivago CEO Axel Hefer ab 2022 signifikante Potentiale.

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