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Handel und Gastronomie üben Kritik an 2G-Regelung

Sowohl der Handelsverband NRW als auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) NRW haben deutliche Kritik an der neuen 2G-Regelung geäußert. Sie halten die verabschiedeten Maßnahmen, nach denen nur noch geimpfte oder getestete Personen Zutritt zu Geschäften und Restaurants erhalten sollen, für überzogen und sehen sich als Bauernopfer. Immerhin gebe es funktionierende Hygienekonzepte und eine Maskenpflicht und die Läden seien keine Pandemietreiber.

Handelsverband fordert Wirtschaftshilfen

Gastronomie und Einzelhandel kritisieren die neue 2G-Regelung scharf, Foto: Pexels + Timbigger / Pixabay

Der Handelsverband sieht die neuen Vorgaben gar als verfassungswidrig und nicht zielführend bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie an. Die gesamte Branche würde „aus rein symbolischen Gründen in ihrer umsatzstärksten Zeit massiv eingeschränkt“, heißt es vom HDE. Dabei seien viele Händler in diesem schwierigen Jahr auf einen guten Jahresabschluss angewiesen, um das von Lockdowns geprägte Geschäftsjahr wenigstens noch ein wenig versöhnlich abzuschließen. Durch die neue 2G-Regelung würden sich nun jedoch Schlangen vor den Läden bilden, da die Händler Kontrollen vor dem Einlass durchführen müssen. Das würde viele Kundinnen und Kunden abschrecken und die Kundenfrequenz deutlich sinken. Die ganze Branche befürchtet Umsatzausfälle in Milliaredenhöhe, tausende Jobs stehen erneut auf der Kippe. Daher fordert der Handelsverband „sofortige Nachbesserungen bei den Wirtschaftshilfen“ für betroffene Betriebe.

„Die Bundesregierung muss die drohenden Verluste bei vielen stationären Händlern jetzt konsequent auffangen. Die bisherigen Fixkostenzuschüsse reichen dafür bei weitem nicht aus. Wenn da jetzt nicht rasch geliefert wird, werden wir eine weitere Verödung in vielen Innenstädten erleben.“
Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer HDE

DEHOGA sieht keine wirkliche Strategie in der Pandemiebekämpfung

Auch die Vertreter der DEHOGA NRW äußerten sich verärgert. Es gebe von Seiten der Politik keine wirkliche Strategie in der Pandemiebekämpfung. Die beschlossenen Maßnahmen seien nicht verhältnismäßig und das Gastgewerbe eines der größten Opfer der Bund-Länder-Beschlüsse. Vor allem die erneute Schließung von Clubs und Diskotheken sei nicht nachvollziehbar, da es keine belastbaren Daten oder Fakten über ein besonderes Infektionsrisiko gebe, so Haakon Herbst, Regionalpräsident im DEHOGA Nordrhein-Westfalen. Nun sei zu befürchten, dass es infolge der Schließungen zu zahlreichen, unkontrollierbaren Privatpartys komme. „Dann doch lieber kontrolliert und mit guter Belüftung bei uns als Zuhause im Keller. Der Pandemiebekämpfung ist damit jedenfalls kein Gefallen getan“, so Herbst.

Davon abgesehen habe die gesamt Branche bereits enorm unter ausgefallenen Weihnachtsfeiern und stornierten Buchungen aufgrund von unnötigen „Schließungs-Diskussionen“ der letzten Wochen zu leiden. Laut Herbst sei es derzeit nicht unüblich, wenn von 20 Reservierungen, für die Personal eingeplant und Ware gekauft worden wäre, am nächsten Abend nur noch vier übrig seien. Von beplanten 100 Veranstaltungen würden vielleicht fünf stattfinden.

Bund-Länder-Beschluss zu 2G-Regelung

Am 2. Dezember hatten die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit der Bundeskanzlerin die bundesweite Einführung von 2G im Einzelhandel mit Gütern des nicht-täglichen Bedarfs und für die Gastronomie beschlossen. Die Umsetzung der 2G-Regel wird voraussichtlich heute in einer Coronaschutzverordnung (CoronaSchVO) veröffentlicht und könnte dann bereits ab Samstag den 4. Dezember gelten.

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