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Günstiger Wohnraum bleibt in Düsseldorf Mangelware

Düsseldorf ist nicht nur ein beliebter Wirtschaftsstandort, sondern bietet auch eine außerordentlich hohe Lebensqualität. Das belegen internationale Studien regelmäßig. Die ausgewiesene Attraktivität zieht immer mehr Menschen in die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen, was die Immobilienwirtschaft vor große Herausforderungen stellt. Denn obwohl etwa 350.000 Wohnungen im Stadtgebiet zu Verfügung stehen, ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich das neue Zuhause in einem eher kostenintensiven Stadtteil wie Oberkassel, Lörick und Karlstadt oder in einem preiswerteren Gebiet wie Garrath, Eller oder Rath befinden soll.

Güstiger Wohnraum bleibt Mangelware

Wohnung in Düsseldorf
Die Wohnungssuche in Düsseldorf ist eine anspruchsvolle Aufgabe, Life-Of-Pix / pixabay

In Düsseldorf herrscht ein erheblicher Mangel an günstigem Wohnraum. Zwar werden in den letzten Jahren immer wieder große Wohnungsbauprojekte realisiert, diese richten sich jedoch häufig an eine besonders zahlungskräftige Klientel. Zudem ist die Anzahl öffentlich geförderter Wohnungen in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Waren es im Jahr 2013 noch 19.192, so lag die Zahl nur vier Jahre später bei 15.878. Dieser Entwicklung versucht die Stadt durch verschiedene Maßnahmen entgegenzuwirken. So wurde bereits 2013 ein Handlungskonzept für den Wohnungsmarkt initiiert, mit der eine so genannte „Quotierungsregelung“ eingeführt wurde. Diese soll sicherstellen, dass 40 Prozent der neu geplanten Wohneinheiten im öffentlich geförderten oder preisgedämpften Segment realisiert werden. Konkret plant die Stadt Düsseldorf unter anderem mittels Nachverdichtung rund 3.000 neue Wohnungen pro Jahr zu schaffen. Da diese ambitionierten Zahlen jedoch kaum erreicht werden, die Nachfrage jedoch stetig steigt, leidet die Stadt unter einer zunehmend angespannten Wohnungsmarktsituation mit steigenden Mieten.

Besonders beliebte Stadtteile in Düsseldorf

Düsseldorf gliedert sich in 10 Stadtbezirke mit und insgesamt 50 Stadtteilen. Vom eher ländlich geprägten Wittlaer, Agermund, Hubbelrath oder Unterbach bis hin zu den urban geprägten Vierteln Derendorf, Flingern, Friedrichstadt Pempelfort oder Bilk hat die Stadt eine enorme Bandbreite an unterschiedlichen Wohnmöglichkeiten zu bieten. Besonders gefragt sind die innerstädtischen Quartiere, die von einer hervorragenden Anbindung an das Straßennetz und das ÖPNV-Angebot der Rheinbahn profitieren. Zudem finden sich hier alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Von Einkaufsmöglichkeiten über Kulturangebote und Restaurants bis hin zur medizinischen Versorgung durch Krankenhäuser oder unterschiedliche Fachärzte. Diese gute Infrastruktur hat jedoch ihren Preis: Mieten mit einem Quadratmeterpreis von deutlich über 12 Euro sind eher die Regel als die Ausnahme. In den äußeren Bezirken zahlt man mit etwas Glück hingegen weniger als 8 Euro pro Quadratmeter. Der große Vorteil in Düsseldorf: mit einer Fläche von nur 217,41 km² ist man nirgends besonders weit vom Stadtzentrum entfernt, das mit Bus und Bahn oder einem der ergänzenden Mobilitätsangebote gut erreichtbar ist.

Kompromisse erhöhen die Chancen auf eine Wohnung

Wer einen Umzug in die Rheinmetropole Düsseldorf in Erwägung zieht, sollte kompromissbereit sein. Die Traumwohnung in Rheinnähe dürfte für viele Menschen mit klassischen Durchschnittseinkommen eine Wunschvorstellung bleiben. Daher können Kompromisse an dieser Stelle sinnvoll sein, damit sich die Wohnungssuche nicht unnötig lange hinzieht. Es ist in diesem Zusammenhang sinnvoll, sich zu überlegen, welche Kriterien unbedingt erfüllt werden sollen und auf welche verzichtet werden kann. Nicht zuletzt bedeutet jede gewünschte Annehmlichkeit auch einen Anstieg der Kosten. Hinweis: wer über ein vergleichsweise geringes Jahresbruttoeinkommen verfügt, hat gegebenenfalls Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS). Über diesen können auch günstige Sozialwohnungen in Anspruch genommen werden.

Nicht ohne Vorbereitung zum Besichtigungstermin

Wurde ein Besichtigungstermin vereinbart, ist es ratsam, direkt zu diesem alle erforderlichen Unterlagen mitzubringen. Dazu können etwa eine Schufa-Auskunft oder eine Bestätigung der Mietschuldenfreiheit vom bisherigen Vermieter gehören, ebenso wie eine Verdienstbescheinigung. Auf diese Weise hinterlassen potenzielle Mieter direkt einen positiven Eindruck und helfen gleichzeitig dabei, den Prozessablauf für den Makler, dem Vormieter oder den Vermieter zu beschleunigen und zu erleichtern und so auch den Umzug schneller zu gestalten. Fragen Sie daher vor dem Besichtigungstermin, welche Unterlagen erforderlich sind. Denn wer gut vorbereitet zum Besichtigungstermin erscheint, hat von vornherein einen Wettbewerbsvorteil.

Immobilienportale, Makler oder Wohnungsgenossenschaften

Wohnungen lassen sich auf die unterschiedlichsten Arten finden. Wer sich die Arbeit nahezu gänzlich ersparen möchte, kann einen Makler beauftragen, der anhand festgelegter Kriterien die Suche nach dem neuen Zuhause übernimmt. Kostengünstiger gestaltet sich die Suche auf Immobilienportalen – allerdings braucht es hier nicht selten einen gewissen Zeitaufwand für die Recherche und Kontaktaufnahme mit dem Anbieter. Zudem sollte man bei der eigenen Suche schnell sein, da die Konkurrenz nicht schläft. So kann es bei einem Besichtigungstermin in Düsseldorf durchaus vorkommen, dass man sich ein Objekt gemeinsam mit mehreren dutzend anderen Interessenten ansehen muss. Letztlich entscheidet dann ein individuelles Entscheidungsverfahren des Eigentümers darüber, wer die Wohnung letztlich erhält.

Daher können auch Wohnungsgenossenschaften eine Option sein. Die insgesamt fünf Wohnungsgenossenschaften in Düsseldorf zählen mit insgesamt fast 20.000 Wohnungen und rund 33.000 Mitgliedern zu den größten Vermietern im Stadtgebiet. Sie haben sich 2018 zum „Düsseldorfer Bündnis für Genossenschaftliches Wohnen“ zusammengeschlossen, um für ihre Mitgleider gemeinsam bezahlbaren Wohnraum in Düsseldorf zu schaffen. Wer in den Genuss einer solchen Genossenschaftswohnung kommen möchte, muss sich meist persönlich vorstellen und im Anschluss Genossenschaftsanteile erwerben. Im Anschluss kann man sich auf eine Liste für Wohnungssuchende setzen lassen und wird im Anschluss informiert, sobald eine passende Wohnung zur Verfügung steht.

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