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Eignen sich Edelmetalle als Wertanlage?

In Krisenzeiten tendieren Anleger zu eher konservativen Anlageformen. Dabei setzen sie in erster Linie auf den Faktor Sicherheit sind bereit auf eine hohe Renditen zu verzichten. Daher wenden sich nicht wenige vom Wertpapierhandel an der Börse ab und investieren eher in Sachgüter. Ganz vor mit dabei: Edelmetalle. Doch eignen sich Gold & Co. als dauerhafte Geldanlage? Und worauf ist beim Kauf zu achten?

Welche Edelmetalle eignen sich als Wertanlage?

Goldmünze
Goldmünzen sind eine beliebte Anlageform, Foto: fielperson / pixabay

Als Wertanlage gebräuchlich sind vor allem die Edelmetalle Gold, Silber und Palladium, sowie Platin, das jedoch im physikalischen Sinne kein Edelmetall darstellt. Diese Rohstoffe können in physischer Form als Barren oder Münzen sowie als Wertpapiere, meist in Form von ETFs, gehandelt werden. Ebenfalls zu erwähnen ist Kupfer, das jedoch vor allem von institutionellen Anlegern in Form von Zertifikaten und Optionen an der Börse gehandelt wird. Privatanleger können Kupfer bei einigen Edelmetallhändlern jedoch auch in Form von Barren oder Granulat erwerben.

Betrachtet man exemplarisch die Wertentwicklung von Gold, so lässt sich sagen, dass sich diese Anlageform in jedem Fall lohnt. Noch vor 15 Jahren rangierte der Wert je Feinunze bei etwa 325 Euro. Seither hat sich dieser mehr als verfünffacht und liegt heute bei über 1.600 EUR. Zwar gab im Jahr 2013 einen leichten Einbruch bei der Wertentwicklung, die jedoch im Folgejahr bereits wieder kompensiert wurde. Somit ist Gold weiterhin als „sicherer Anlagehafen“ zu bezeichnen.

Münzen, Barren oder Zertifikate?

Silber- oder Goldmünzen eigenen sich als praktische Wertanlage, da sie unkompliziert weiterverkauft werden können. Sie tragen Namen wie American Eagle, Krügerrand oder Maple Leaf und werden zu einem festen Kurs gehandelt. Die Münzen sind bei zahlreichen Händlern erhältlich, die in jeder größeren Stadt vertreten sind. Darüber hinaus können Münzen auch online erworben werden, nicht selten mit einem interessanten Preisvorteil.

Des Weiteren können Edelmetalle in Form von Barren gekauft werden. Damit sie international gehandelt werden können, sind auf den Edelmetallbarren verschiedene Angaben eingeprägt, darunter das Gewicht, die Feinheit und das Produktionsjahr. Zudem wird das Markenzeichen des Herstellers wie zum Beispiel Umicore, Degussa oder Heraeus aufgebracht. Über eine Seriennummer lässt sich die Echtheit des Barrens über ein Verzeichnis des jeweiligen Herstellers überprüfen. Bei der Angabe der Feinheit gibt es je nach Edelmetall Unterschiede. Bei Gold muss diese mindestens 995/1000 betragen. Bei Palladium und Platin sind es 999,5/1000 und bei Silber 999/1000. Das Gewicht eines Goldbarrens nach üblichem Standard beträgt nominell 400 Feinunzen, was etwa 12,44 Kilogramm entspricht. Jedoch gibt es auch Barren mit bis zu 430 Unzen.

Wer die Edelmetalle nicht in physischer Form lagern möchte, dem empfiehlt sich eine Anlage zum Beispiel in Form von Zertifikaten. Dabei handelt es sich um Wertpapiere, die die Entwicklung des Goldpreises nachbilden. Diese werden von sogenannten Emittenten herausgegeben. Dabei ist zu beachten, dass zwischen verschiedenen Risiko­klasse gewählt werden kann. Unterschieden wird etwa in besicherte und unbesicherte Zertifikate oder solche mit beschränkter oder unbeschränkter Lauf­zeit. Wie beim Aktienhandel gibt es auch hier risikoreichere Zertifikate.

Edelmetalle verkaufen

Wer sein Gold, Silber, Platin oder Palladium verkaufen möchte, kann sich dafür an einen Edelmetall-Händler wenden. Dieser wird vor Ort die Echtheit und Reinheit des Metalls prüfen und dann ein Angebot auf Basis des aktuellen Handelspreises machen. Wer bei der Preisermittlung sicher gehen möchte, sollte daher vorab den tagesaktuellen Preis für sein Edelmetall im Internet einsehen.

Sofern man Münzen veräußern möchte, sollte man sich an Händler wenden, der im Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels vertreten ist. Diese verpflichten sich zu fachlicher und kaufmännischer Sorgfalt beim Handel mit den Edelmetallen und bieten eine entsprechende Verlässlichkeit. Dann kommt es darauf an, ob es sich bei den Münzen um Anlage- oder Umlaufmünzen handelt. Die geläufigsten Münzen erbringen den aktuellen Goldankaufpreis, über den man sich im Voraus informieren kann. Sogenannte Umlaufmünzen werden zu einem guten Materialpreis abgekauft.

Änderung des Geldwäschegesetzes

Bislang war es möglich, Gold bis zu einem Wert von 10.000 Euro anonym zu kaufen. Im Januar 2020 wurde diese Grenze von der Bundesregierung jedoch auf 2.000 Euro abgesenkt, um die Gefahr von Geldwäsche besser einzugrenzen. Dieser Wert entspricht einem Goldbarren mit einem Gewicht von knapp 40 Gramm. Mit der Anpassung des sogenannten Geldwäschegesetzes wurde eine Richtlinie der EU umgesetzt. Seither ist ein Edelmetall-Händler verpflichtet, sich bei einem Handel den Ausweis des Interessenten vorlegen zu lassen.

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