Die Düsseldorfer Gerresheimer AG hat den lange erwarteten Jahresabschluss 2025 veröffentlicht. Wie der Verpackungskonzern mitteilte, konnte am 29. Juni der „mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahres- und Konzernabschluss 2025 veröffentlicht“ werden. Diesem vorausgegangen waren umfassende Untersuchungen durch die Finanzaufsicht Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgrund möglicher Bilanzfehler in den Geschäftsjahren 2024 und 2025. In der Folge dieser Bilanzierungsprobleme war die Gerresheimer-Aktie zuletzt aus dem Kleinwerteindex SDax ausgeschlossen worden.
Gerresheimer verzeichnet Verlust von 319 Millionen Euro trotz Umsatzwachstum

Wie das Unternehmen mitteilt, seien fehlerhafte Buchungen nun umfassend aufgearbeitet und korrigiert. Die veröffentlichten Zahlen zeichnen jedoch ein düsteres Bild. Zwar stieg der Umsatz der Gerresheimer Gruppe durch die erstmalige Einbeziehung von Bormioli Pharma um 16,6 Prozent auf 2,321 Milliarden Euro und das Adjusted EBITDA erreichte 384 Millionen Euro. Jedoch belasten nicht-zahlungswirksame Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von rund 521,5 Millionen Euro sowie Sonderbelastungen inklusive Restrukturierungen von rund 71,8 Millionen Euro das Ergebnis. Somit musste für das Geschäftsjahr 2025 letztlich ein Verlust von knapp 319 Millionen Euro verbucht werden. Eine Dividende wird für das Geschäftsjahr 2025 nicht ausgeschüttet.
Einen positiven Beitrag zum Umsatzwachstum konnte vor allem der Geschäftsbereich „Plastics & Devices“ beitragen, insbesondere getrieben durch eine hohe Nachfrage nach Drug Delivery Devices. Das Geschäftssegment „Primary Packaging Glass“ wurde hingegen durch einen Nachfragerückgang im Bereich Primärverpackungen für Kosmetik und pharmazeutische Oral Liquids belastet.
„Die Veröffentlichung des testierten Jahres- und Konzernabschlusses 2025 ist ein wichtiges positives Signal für unsere Kunden, Finanzierungspartner und Investoren. Transparenz und Compliance haben für uns höchste Priorität. Wir haben die Sachverhalte umfassend aufgearbeitet und in den Abschlüssen berücksichtigt. Mit dem gut voranschreitenden Verkauf unserer US-Tochter Centor, der geplanten Refinanzierung und der weiterhin konsequenten Umsetzung unseres Transformationsprogramms werden wir darüber hinaus bereits in den nächsten Monaten unsere Finanzlage Schritt für Schritt verbessern.“
Wolf Lehmann, CFO der Gerresheimer AG
Positive Ausblick für das laufende Geschäftsjahr
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Gerresheimer Umsatzerlöse von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro. Bei der Adjusted EBITDA-Marge wird die Marke 17 bis 18 Prozent angepeilt. Positiv auswirken soll sich unter anderem der angestrebte Verkauf der US-Tochter Centor Inc., der nach Konzernangaben gut voran scheite und noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Der dadurch erzielte Gewinn soll die Finanzlage des Konzerns ebenso verbessern, wie die geplante Fremdkapital-Refinanzierung. Auch durch das weiter forcierte Transformationsprogramm „Gerresheimer Transformation Offensive“ (gto) und ein erwartetes umsatzstärkeres 2. Halbjahr 2026 erhofft man sich positive Effekte.
