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Wie Fintechs die großen Geldhäuser zittern lassen

Wenn es um innovative Lösungen im Bereich der Finanzdienstleitungen geht, kommt man an Fintechs nicht vorbei. Das Akronym, das sich aus dem Ausdruck „Financial Technolgy“ ergeben hat, beschreibt Unternehmen, die Dienstleistungen aus den Bereichen Zahlungsverkehr, Anlage, Finanzierung, Vorsorge, Beratung oder auch Absicherung und Infrastruktur ausschließlich in digitaler Form anbieten. Somit sind sie vor allem im Banken- und Versicherersektor aktiv. Mit ihren teilweise revolutionären Geschäftskonzepten machen diese Startups den traditionellen Martteilnehmern Konkurrenz. Auch in Düsseldorf sind einige dieser Gamechanger beheimatet.

Die digitale Revolution in der Bankenwelt

Fintech
Mit innovativen Ideen bringen Fintechs Schwung in die Finanzwelt, Foto: Free-Photos / pixabay

Wenn man an die Digitalisierung klassischer Geldinstitute denkt, kommt einem sicherlich zuerst der Begirff Online-Banking in den Sinn. Dieser umschreibt die Abwicklung von klassischen Bankgeschäften über das Internet, etwa das Tätigen von Überweisungen oder die Verwaltung von Aktien oder Fonds, über ein spezielles Onlineangebot, das von der jeweiligen Bank zur Verfügung gestellt wird. Was uns heute als Selbstverständlichkeit erscheint, war vor etwa 20 Jahren eine mittelgroße Revolution. Der Wandel vom klassischen Schaltergeschäft hin zur virtuellen Bankfiliale verlangte von vielen Finanzinstitute ein ernormes Umdenken, das vielerorts heute noch nicht gänzlich abgeschlossen ist. Denn durch die Veränderungen im Kundenverhalten, wurden Kapazitäten nicht mehr benötigt, was letztlich auch zu Filialschließungen führte. Auch die Stadtsparkasse Düsseldorf oder die Volksbank Düsseldorf Neuss mussten sich dieser Entwicklung beugen und ihre Produkte und Geschäftsprozesse anpassen.

Fintechs begeistern die Branche

Im Windschatten der klassischen Banken, bereicherten etwa ab 2010 zahlreiche Innovationen den Finanzmarkt. Verscheidene Startups etablierten eigene Lösungen, um den wachsenden Bedarf an digitalen Finanzlösungen zu bedienen. Der Begriff der Fintechs war geboren. Diese schließen häufig eine Lücke und offerieren ihrene Kunden neuartige Dienstleistungen, die bei etablierten Bankhäusern nicht zu bekommen sind und die Nutzer bequem über eine Webseite oder App in Anspruch nehmen können. Dabei geht es häufig vor allem um vereinfachte Tätigung von Kreditgeschäften oder den Handel mit Aktien, Derivaten, Kryptowährungen oder anderen Assets.

Die Anwendungen der Fintechs bieten meist eine deutlich simplifizierte Benutzeroberfläche und beschränken sich auch inhaltlich auf das Wesentliche. Eine persönliche Beratung ist im Rahmen eines solchen Angebots eher die Ausnahme. Darin liegt denn auch die größte Schwäche der jungen Unternehmen. Sie setzen voraus, dass sich ihre Kundschaft mit den Details des Marktes auskennt und konzentrieren sich auf ihren speziellen Geschäftsbereich. Wer hingegen eine enge Kundenbindung wünscht und eine dauerhafte Beratung benötigt, könnte vom Geschäftsgebaren eines Fintechs enttäuscht sein. Jedoch bieten sie einen ebenso großen Vorteil: Da sie sich häufig auf eine konkrete Dienstleistung wie den Aktienhandel, Kreditgeschäfte oder eine Fondverwaltung konzentrieren, sind sie flexibeler und können schnell auf Veränderungen des Marktes reagieren.

Innovative Ideen beleben den Markt

Ein gutes Beispiel lässt sich an Europas führendem NeoBroker nextmarkets festmachen: Das aufstrebende Fintech-Unternehmen bietet seinen Kunden neben dem klassischen Aktienhandel, ETF-, und CFD-Trading, auch das sogenannte Fractional Trading an. Eine solche innovative Investment-Idee findet man bei herkömmlichen Banken nur selten. Beim Fractional Trading werden nur Bruchstücke von Aktien gehandelt. Das hat für den Kunden den Vorteil, dass er auch an der Wertentwicklung von hochpreisigen Aktien teilhaben kann, ohne einen ganzen Anteilsschein kaufen zu müssen. Reguliert durch die EU setzt das deutsche Unternehmen zudem auf ein breites Service-Angebot, bei dem Kunden von kostenlosem Trading und Coaching profitieren können.

Made in Düsseldorf ist das Fintech Auxmoney, das 2007 von drei Freunden in der Landeshauptstadt gegründet wurde und heute etwa 300 Beschäftigte zählt. Die Gründer traten an um die Art, wie sich Menschen Geld leihen, zu revolutionieren. Heute gilt Auxmoney als größter Kreditmarktplatz in Kontinentaleuropa, auf dem private und institutionelle Anleger in vorgeprüfte Kreditnehmer investieren. Das Unternehmen, das sich kürzlich bei der größten Fintech-Finanzierungsrunde in der Eurozone eine Eigenkapitalerhöhung von 150 Millionen Euro verschafft hat, hat inzwischen Kredite mit einem Volumen von weit über einer Milliarde Euro ausgezahlt und damit den Kreditmarkt erheblich umgekrempelt.

Investoren setzen große Hoffnungen in Fintechs

An die Ideen der Fintechs knüpfen auch zahlreiche Investoren große Hoffnungen und pumpen Rekordsummen in die smarten Start-Ups. Ob sie dabei jedoch immer richtig liegen, bleibt fraglich. Nicht zuletzt hat der Wirecard-Skandal das vertrauen in die Branche nachhaltig erschüttert, was sich auch auf die Akzeptanz für andere Marktteilnehmer abfärben könnte. Nichtsdestotrotz sehen die Progonsen für Fintechs anhaltend gut aus, da die Banken die Leistungen der jungen Unternehmen vermehrt als sinnvolle Ergänzung ihre Geschäfts anstatt ausnahmslos als Konkurrenz verstehen. So wird wird es in Zukunft vermehrt Verschmelzungen der etablierten und neuen Finanzdienstleister geben, um den wachsenden Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden.

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