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Mein eigenes Restaurant – Finanzierungsmöglichkeiten für die Selbstständigkeit in der Gastronomie

Das eigene Restaurant eröffnen, damit ein individuelles Konzept verwirklichen und Gäste mit dem einem außergewöhnlichen Angebot begeistern. Für viele Gründer ein lang gehegter Traum. Doch zwischen der ersten Idee und der gastronomischen Selbstständigkeit liegt ein weiter Weg. Vor allem die Finanzierung entscheidet darüber, ob aus dem Konzept ein tragfähiges Unternehmen werden kann. Doch wie viel Geld braucht man eigentlich, um ein eigenes Restaurant zu eröffnen? Wie viel Eigenkapital ist notwendig? Und welche Fördermöglichkeiten können die Finanzierung erleichtern?

Warum die Gastronomie-Finanzierung eigene Regeln hat

Die Gastronomie ist eine der kapitalintensivsten Branchen im Mittelstand. Selbst ein mittelgroßes Restaurant benötigt vor der Eröffnung schnell zwischen 80.000 und 250.000 Euro, je nach Lage, Konzept und Zustand der Räumlichkeiten. Pachtzahlungen laufen bereits, bevor der erste Gast das Lokal betritt. Umbaukosten, Küchenausstattung, Lüftungsanlage, Kassensystem und erste Wareneinkäufe summieren sich rasant.

Blick in eine moderne Gastronomie
Ein eigenes Restaurant zu eröffnen, ist für viele Gründer ein lang gehegter Traum, Foto: unsplash / Shawn

Zudem bewerten Banken Gastronomie-Projekte traditionell als risikoreich. Die Branche leidet unter vergleichsweise hohen Insolvenzquoten, saisonalen Schwankungen und einer starken Abhängigkeit vom persönlichen Einsatz des Inhabers. Das bedeutet für Gründer, dass eine solide Vorbereitung keine Kür, sondern eine absolute Notwendigkeit ist. Wer dabei die spezifischen Herausforderungen der Gastronomie-Finanzierung berücksichtigt, kann gezielt die passenden Instrumente auswählen und Fehler vermeiden, die den Betrieb später teuer zu stehen kommen.

Generell gilt dabei die Faustregel: mindestens 20 bis 30 Prozent des Gesamtkapitalbedarfs sollten als Eigenkapital eingebracht werden. Je höher dieser Eigenanteil ausfällt, desto besser lassen sich Konditionen bei Banken und Förderprogrammen verhandeln.

Bankkredite und staatliche Förderungen: Der klassische Weg

Der klassische Bankkredit bleibt für die meisten Gastronomen der erste Anlaufpunkt. Lokale Banken wie die Stadtsparkasse Düsseldorf die lokale Volksbank kennen den regionalen Markt, können Standortpotenziale einschätzen und bieten oft eine individuelle Beratung an. Für Neugründungen und Übernahmen in der Gastronomie bieten sich zudem staatliche Förderprogramme an.

Das bekannteste Instrument ist der ERP-Gründerkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Er richtet sich an Gründer in der Frühphase und bietet Kredite bis zu 25 Millionen Euro zu vergünstigten Zinssätzen und mit tilgungsfreien Anlaufjahren. Der Kredit wird über die Hausbank beantragt, die Haftungsfreistellung der KfW reduziert dabei das Risiko für das finanzierende Institut, wodurch die Bewilligungsquote erhöht werden kann. In Nordrhein-Westfalen ergänzt die NRW.BANK das Angebot mit weiteren Förderprogrammen, zum Beispiel dem NRW.BANK.Gründungskredit für lokale Existenzgründer.

Wer bereits ein bestehendes Lokal betreibt und expandieren möchte, sollte zusätzlich die Fördermöglichkeiten für die Gastronomie in NRW prüfen. Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen etwa für energetische Sanierungen oder einen barrierefreien Umbau können signifikante finanzielle Unterstützung ermöglichen, und eine bessere Liquidität ermöglichen.

Crowdinvesting und alternative Finanzierungsmöglichkeiten

Nicht jedes Gastro-Konzept trifft bei klassischen Kreditinstituten auf Gegenliebe. Innovative Projekte wie ein exotisches Street-Food-Konzept, ein hybrides Café-Coworking-Modell oder ein kulinarisches Pop-up, das zum Dauerbetrieb werden soll, stoßen bei traditionellen Banken nicht selten auf Zurückhaltung. Hier können alternative Finanzierungsformen ins Spiel kommen.

Das Crowdlending oder ein Peer-to-Peer-Kredit ermöglichen es, einen Kredit direkt über Plattformen wie Kapilendo oder auxmoney von privaten Investoren zu erhalten. Der Vorteil: schnellere Entscheidungen, weniger Bürokratie. Der Nachteil: höhere Zinsen als bei Förderbanken und keine langfristige Kundenbeziehung, die bei Engpässen helfen kann.

Das Crowdinvesting geht einen Schritt weiter: Investoren erhalten eine Beteiligung am Unternehmen oder am Umsatz. Das setzt ein überzeugendes Konzept voraus und schafft eine Community rund ums Restaurant, die frühzeitig zu echten Gästen und Multiplikatoren werden kann. Besonders interessant kann das für Projekte sein, die etwa mit lokalen Produkten, besonderem Ambiente und einem klaren Markenkern eine relevante Geschichte erzählen können.

Businessplan als Schlüssel zur Finanzierung

Ob klassischer Bankkredit, KfW-Förderung oder Crowdinvesting – damit Sie einen Kredit für Selbstständige DFKP anfragen können, ist die Qualität des Businessplans entscheidend. Denn kein Kapitalgeber investiert ohne fundierte Zahlen. Daher sollte ein überzeugender Businessplan für Gastronomen mindestens folgende Punkte abdecken:

  • Konzept und Standortanalyse: Warum dieses Restaurant an diesem Ort in Düsseldorf?
  • Umsatzplanung: Realistische Szenarien auf Basis von Sitzplätzen, Öffnungszeiten und durchschnittlichem Bon
  • Wareneinsatz: Üblicherweise 28 bis 35 Prozent des Nettoumsatzes im Restaurantbereich
  • Personalkosten: Häufig 30 bis 40 Prozent des Umsatzes und der größte Kostentreiber in der Gastronomie
  • Liquiditätsplanung: Monat für Monat für die ersten zwei Betriebsjahre
  • Break-even-Berechnung: Ab welcher Auslastung trägt sich der Betrieb?

Wer diese Zahlen sauber aufbereitet, zeigt nicht nur Kompetenz, sondern nimmt auch selbst eine wichtige Planungsgrundlage mit. Viele Gründungen scheitern nicht am Konzept, sondern an unrealistischen Umsatzerwartungen in der Anlaufphase.

Durch Leasing und Lieferantendarlehen Kapitalbindung reduzieren

Nicht alles muss gekauft werden. Leasing ist in der Gastronomie ein bewährtes Mittel, um die Anfangsinvestition zu senken und die Liquidität zu schonen. Sowohl Spülmaschinen, Zapfanlagen oder Kühlsysteme als auch auch die Einrichtung lassen sich leasen. Der monatliche Leasingbetrag ist kalkulierbar und steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar.

Ähnlich funktionieren sogenannte Brauereidarlehen: Eine Brauerei stellt zinsgünstig Kapital oder Inventar wie Mobiliar, Ausschankanlage oder Kühlschränke zur Verfügung. Im Gegenzug verpflichtet sich der Gastronom, ausschließlich deren Produkte auszuschenken. Gerade für gastronomische Betriebe mit klarem Fokus auf Bier oder Getränkekonzepte kann das eine interessante Entlastung darstellen.

Ein kritischer Blick ist dennoch angebracht: Beide Modelle schaffen langfristige Abhängigkeiten. Wer zehn Jahre an einen einzigen Brauerei-Lieferanten gebunden ist, verliert Flexibilität bei der Karte und im Einkauf. Daher sollten die Kosten über die gesamte Laufzeit kalkuliert werden sorgfältig mit einem direkten Kauf oder einem günstigeren Bankkredit verglichen werden.

Den optimalen Finanzierungsmix für den Standort Düsseldorf finden

Düsseldorf bietet als Wirtschaftsstandort Düsseldorf ein starkes Umfeld für gastronomische Gründungen: eine kaufkräftige und internationale Kundschaft, Messen, Kongresse und eine lebendige Szene vom Medienhafen bis zur Altstadt. Doch gerade dieser attraktive Markt treibt Pachtpreise und Konkurrenz in die Höhe, was die solide Finanzplanung noch wichtiger macht.

Der beste Ansatz ist fast immer ein Mix: Eigenkapital als Fundament, KfW- oder NRW.BANK-Förderung als günstiger Kreditbaustein, ergänzt durch Leasing für kostspielige Geräte und, bei innovativen Konzepten, durch Crowdinvesting als Kommunikations- und Finanzierungsinstrument zugleich. Wer die Wege kennt und früh auf den Düsseldorfer Mittelstand und regionale Netzwerke setzt, findet leichter Partner, Berater und Türöffner.

Das Ziel ist nicht, den billigsten Kredit zu finden, sondern die tragfähigste Gesamtstruktur, die dem Gastronomie-Projekt auch dann Stabilität gibt, wenn der erste Winter hinter den Erwartungen zurückbleibt.


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