home Wirtschaft Einzelhandel zwischen Lockdown-Klagewelle und alternativen Vertriebswegen

Einzelhandel zwischen Lockdown-Klagewelle und alternativen Vertriebswegen

Durch die Einschränkungen im Rahmen des aktuellen Lockdown sind zahllose Einzelhandelsbetriebe in erheblichem Maße eingeschränkt. Die Ladenlokale müssen aufgrund der geltenden Coronaschutzverordnung geschlossen bleiben, so dass an das klassische Filialgeschäft seit Wochen nicht zu denken ist. Ein Umstand, der die Branche in außergewöhnlichem Maße belastet – trotz der vom Bund versprochenen Hilfsgelder. Daher zog unlängst Deutschlands größter Elektronikhändler MediaMarktSaturn vor das Oberverwaltungsgericht Münster. Dort stellte das zum Düsseldorfer Ceconomy Konzern gehörende Unternehmen einen Eilantrag auf Aufhebung der Betriebsschließungen in Nordrhein-Westfalen. Die bereits seit über zwei Monaten bestehenden Betriebsschließungen seinen unverhältnismäßig. Zudem sei der Einzelhandel nie ein Infektionshotspot gewesen, lautete die Begründung. Weitere Anträge für andere Bundsländer sollen folgen.

Klagewelle gegen Lockdown

Shopping in Düsseldorf
Das Filialgeschäft ist aufgrund des Lockdowns derzeit komplett ausgesetzt, Foto: webandi / pixabay / CC0 Public Domain

Auch die Düsseldorfer Textilkette Peek&Cloppenburg und die Baumarktkette Obi zogen inzwischen vor Gericht. Nach Medienberichten laufen Klagen unter anderem in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen. Nach Angaben der DPA ist zudem eine Sammelklage Hunderter Einzelhändler auf Schadenersatz in Vorbereitung. Der schwäbische Modehändler Riani klagte vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim auf Gleichstellung mit den Friseuren. Der unter dem Hastag #HandelnfuerdenHandel gestarteten Kampagne schlossen sich daraufhin über 170 Einzelhändler und Modehersteller an, darunter bekannte Marken wie Gerry Weber, Olymp oder Marc Cain.

Einzelhändler bauen alternative Vertriebswege aus

Derweil baut der Enizelhandel alternative Vertriebswege aus, um die Umsatzeinbußen zumindest zu einer gewissen Teil auszugleichen. Nach Informationen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) bauen mittlerweile 84 Prozent der Händler ihre digitalen Vertriebswege verstärkt aus. Für etwa 40 Prozent der Befragten Unternehmen waren die Folgen der Corona-Pandemie der entscheidende Anstoß, um auf anderen Kanälen als im stationären Geschäft aktiv zu werden. Zuvor war nicht mal jeder zweite Händler auf digitalen Vertriebswegen wie Online-Marktplätzen, mit Lieferservices, per Click & Collect oder über Social Media für seine Kunden erreichbar.

C&A bietet “Call & Collect”

C&A Logo

Ein beispiel ist der Düseldorfer Textlhandelsunternehmen C&A. Bereits seit Mitta Januar bietet das Unternehmen eine „Call & Collect“ Option an. Kundinnen und Kunden können seither telefonisch Ware in ihrer C&A-Filiale reservieren lassen. Im Anschluss kann die Bestellung vor Ort abgeholt, bezahlt und unter Berücksichtigung der aktuellen Hygienemaßnahmen übergeben werden. Der Service kann unter anderem in Aachen, Berlin (Spandau), Düsseldorf (Schadowstraße), Hannover, Saarlouis und Sulzbach genutzt werden. Nähere Informationen zum Ablauf sind auf der C&A-Webseite zu finden.

Bislang sei die Kundenresonanz sehr positiv, sagt Eric Brenninkmeijer, verantwortlich für C&A Deutschland. „Mit Call & Collect bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine unkomplizierte und ortsnahe Einkaufsmöglichkeit als Ergänzung zu unserem Online-Shop an.“

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