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Das Handwerk an Rhein und Ruhr bewegt sich im Vorwärtsgang

Jahresstatistik der Handwerkskammer Düsseldorf

Mehr Unternehmen– Gesamtumsatz höher als im Hausse-Jahr 2006 – Beschäftigtenstand knapp behauptet – Betriebe verstärken Fortbildungsengagement

Logo Handwerkskammer DüsseldorfMehr Unternehmen, stabile Beschäftigungs- und Ausbildungsverhältnisse und trotz leichter Umsatz einbußen gegenüber dem Vorjahr ein größeres Umsatzvolumen als selbst im Hochkonjunkturjahr 2006: das Handwerk an Rhein und Ruhr kam mehr als glimpflich durch die zurückliegende Rezession. Das geht aus dem Statistischen Jahresbericht der Handwerkskammer Düsseldorf hervor. „Damit hat sich das Handwerk einmal mehr als der krisenresistente Wirtschaftsbereich der heimischen Wirtschaft erwiesen“, ordnete Kammerpräsident Professor Wolfgang Schulhoff das Datenbild zur Strukturentwicklung ein.

Aktuell zählt die Handwerkskammer am 1.7.2010 55.055 Mitgliedsunternehmen (31.12.: 54.762)
– 293 Betriebe mehr als ein Jahr zuvor. Für den Anstieg sorgten Gründer in den zulassungsfreien Handwerksberufen. Bis Jahresende 2010 rechnet die Kammer mit einem deutlicheren Zuwachs um knapp 600 Firmen auf rund 55.650, zu dem dann auch wieder – allerdings noch in überschaubarem Ausmaß – das Vollhandwerk (meisterpflichtiges Handwerk) beitragen wird.

Zwar gingen die Umsätze der Firmen im Zuge des allgemeinen Wirtschaftseinbruchs im Jahr 2009 auch im Handwerk – vergleichsweise moderat um 1,8 Mrd. € – zurück. Dennoch erzielten die Unternehmen auch im schwierigen Geschäftumfeld des Jahres 2009 einen Gesamtumsatz von 27,9 Mrd €, der noch über dem Wert des Hausse-Jahres 2006 (27 Mrd. €) rangiert. Für 2010 geht die HWK von einem Umsatzzuwachs um 3,5 Prozent aus.

Knapp behauptet zeigte sich auch die Beschäftigung im Wirtschaftsbereich mit dem Blaumann. So ging das Beschäftigungsvolumen nach einem anhaltenden Stellenaufbau in den Jahren 2005 bis 2008 um 9000 Beschäftigte in 2009 geringfügig von 302.872 auf 299.247 zurück. Seit dem II. Halbjahr 2010 beobachtet die Kammer allerdings bereits wieder einen Beschäftigungsaufbau.

Mit der verbesserten Auslastung der Unternehmen und gleichzeitig sinkenden Schulentlasszahlen wird der latente Fachkräftemangel im Handwerk akut. Abgemildert wird der Engpass, weil die Unternehmen in den zurückliegenden Jahren ihr Ausbildungs-Engagement bereits deutlich ausgeweitet hatten. Zwischen 2006 und 2008 war die Zahl der Auszubildenden im Kammerbezirk um 5,1 Prozent von 24.194 auf 25.437 gestiegen. Zum Jahresende 2009 betrug die Zahl der Lehrlinge immerhin noch rund 25.000 (24.958). Bis zum Ende der Nachvermittlungsperiode am 31.12.2010 rechnet die Kammer wie im Vorjahr mit annähernd 9000 neu zustande gekommenen Ausbildungsverhältnissen. Zugute kommt dem Handwerk außerdem seine führende Rolle bei der Berufsintegration von Migranten. 16,7% der Handwerksbeschäftigten im Bezirk haben keinen deutschen Pass. In der Gesamtwirtschaft liegt der Ausländeranteil dagegen unter 10 Prozent.

Die Handwerksbeschäftigten wiederum suchen ihren Arbeitsplatz verstärkt durch Teilnahme an Fortbildungsangeboten langfristig zu sichern – und viele Betriebe ihre Mitarbeiter für die Zukunft zu qualifizieren und so langfristig an sich zu binden. Die Zahl der bei der Kammer im Jahr 2009 abgelegten Fort- und Weiterbildungsbildungsprüfungen summierte sich auf 4101 – 4,5 Prozent mehr als in 2008. Nach Jahren des Rückgangs kletterte in 2009 auch erstmals wieder die Zahl der Meisterprüfungen: um 5 Prozent. Schulhoff: „Es spricht sich herum: Meister zählen zu den Hochqualifizierten. Ihre Bildungs-Rendite beträgt nach jüngsten OECD-Angaben 8,3 Prozent; die Bildungsrendite der Akademiker nur 7,5 Prozent.“

Eine dynamische Entwicklung meldet schließlich auch die Betriebsberatung der Kammer: Insgesamt 2796 bestehende Unternehmen und Existenzgründer nahmen im Lauf des Vorjahres die Beratungsmöglichkeit in Anspruch (2008: 2.263). Dabei wuchs nicht nur der betriebswirtschaftliche Beratungsbedarf im Umfeld des Konjunkturrückgangs in 2009. Auch die Gründerberatungen nahmen um 6,8 Prozent zu. „Ein Effekt der weiter intensivierten Gründerbetreuung in den STARTERCENTERN NRW in unseren Häusern in Düsseldorf und Oberhausen und an anderen Orten im Bezirk“; nannte Schulhoff als Ursache. Ca. die Hälfte der 108294 ausführlichen Beratungsgespräche und -Kontakte der Betriebsberatung entfiel auf den Komplex „Gründung“.

Der gesamte Statistikbericht kann unter www.hwk-duesseldorf.de eingesehen werden.

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