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Auktionshäuser setzen verstärkt auf Digitalisierung

Auktionshäuser sind seit jeher eine beliebte Anlaufstelle für jede, die eine außergewöhnliche Wertanlage suchen, und solche, die ihre Kunstschätze veräußern wollen. Diese Beliebtheit wurde auch durch die Folgen des Coronavirus nicht gemindert. So sind beispielsweise die großen, weltweit bekannten Auktionshäuser wie Sotheby’s, Christie’s, China Guardian Limited oder Phillips de Pury & Company bislang erstaunlich gut aus der Krise hervorgegangen. Auch das Dorotheum und die Kunsthäuser Lempertz oder Van Ham bestätigen diese Entwicklung.

Auch in Düsseldorf gibt es zahlreiche Auktionshäuser, die sich vor allem auf Kunstauktionen spezialisiert haben. Trotz der aktuellen Einschränkungen durch die geltenden Infektionsschutzmaßnahmen verzeichnen sie gute Geschäfte. Denn vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen setzen Anleger gerne auf alternative Anlageformen, wie Gemälde, Schmuck, Skulpturen, Möbel oder andere Kunstobjekte. Jedoch müssen sich auch die Auktionshäuser den neuen Rahmenbedingungen anpassen und sich verstärkt dem Thema Digitalisierung widmen.

Wie funktioniert eine Auktion?

Auktion
Auch Auktionshäuser müssen sich mit dem Thema Digitalisierung befassen, Daniel_B_photos / pixabay

Eine Auktion stellt per Definition eine Art des Zustandekommens eines Kaufvertrags dar. Ein Kaufinteressent, auch „Bieter“ genannt, gibt beim Verkäufer bzw. dem in dessen Auftrag handelnden Auktionator ein verbindliches Gebot auf ein Auktionsgut ab. Nach jedem Gebot haben andere Bieter die Möglichkeit, den aktuellen Preis mit einem eigenen Angebot zu überbieten. Das höchste Gebot, das zuletzt genannt wird, erhält den Zuschlag. Der Auktionator ist mit der Auktionsführungen betraut. Generell gibt es verschiedene Systeme Auktionsführungen, die sich je nach Auktionshaus unterscheiden können. Daher ist es ratsam, sich vor der Auktion mit den geltenden Versteigerungsbedingungen vertraut zu machen.

Kapital sucht Auktion

Wer sich mit dem Gedanken trägt, Kunst als Wertanlage zu erwerben, sollte einiges beachten. So ist es wichtig, sich vor der Teilnahme an einer Versteigerung umfassend über die angebotenen Objekte zu informieren. In der Regel veröffentlichen Auktionshäuser im Vorfeld Kataloge, in denen detaillierte Informationen zu den einzelnen Versteigerungsgegenständen erfasst sind. Zudem erhält man auch auf den Webseiten der Anbieter Einblick in die Angebote der nächsten Auktion. Häufig ist auch eine Vorbesichtigung möglich.

Darüber hinaus ist natürlich Grundvoraussetzung, dass es sich um einen seriösen Auktionsanbieter handelt. Um in Deutschland eine Auktion anbieten zu dürfen, wird eine Versteigerererlaubnis nach § 34b GewO benötigt. Eine solche kann über das Ordnungsamt der Heimatbehörde beantragt werden. Prüfen Sie daher, ob es sich um einen öffentlich bestellten und vereidigten Auktionator handelt. Dieser Status setzt eine besondere Sachkunde sowie die Kenntnis der einschlägigen Rechtsvorschriften voraus.

Auktionshäuser bieten auch Online-Auktionen

Einem steigenden Trend folgend, erwerben immer mehr Kunden Kunst online. Für das Jahr 2017 schätzte der Marktreport des weltweit größten Vermögensverwalters UBS den globalen Ertrag durch Kunsthandel online noch auf rund fünf Milliarden Dollar. Für 2022 prognostizieren die Schweizer inzwischen weit über neun Milliarden Dollar. Danke der neuen digitalen Angebote finden immer neue Käufergruppen Zugang zur Welt der Kunst- und Immobilien-Auktionen. Vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen, gewinnt dieser Bereich immer mehr an Bedeutung. Zahlreiche namhafte Auktionshäuser investieren daher beachtliche Summen in die Digitalisierung, um sich neue Absatzmöglichkeiten zu erschließen. Die bisherigen Erfahrungen sind durchaus positiv zu bewerten. So werden die Online-Auktionen weit besser von den Kunden angenommen, als gedacht.

Jedoch gehen die führenden Auktionshäuser davon aus, dass eine Online-Auktion das Live-Event auf lange Sicht lediglich unterstützen und nicht ersetzen wird. Ein gutes Beispiel stellt etwa die Deutsche Grundstücksauktionen AG dar. Der Marktführer im Bereich Immobilienauktionen bietet seinen Kunden inzwischen alle Möglichkeiten zum Ersteigern von Immobilien an: vor Ort im Auktionssaal oder per schriftlichem, telefonischem oder per Online-Gebot. Ergänzend werden in vierzehntägigem Rhythmus sogenannte „Online-Only-Auktionen“ angeboten. Diese enge Verzahnung von Auktionsformen bietet optimale Absatzmöglichkeiten für das Auktionshaus und eine flexible Teilnahme für die Bieter.

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