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Mögliche Rüstungsmesse in Düsseldorf

Im Mai fand in Düsseldorf mit der Xponential erstmals die europäische Leitmesse für autonome Systeme und Robotik statt. Nach den Plänen der Messe Düsseldorf könnte die Schau nun zur internationalen Rüstungsmesse ausgebaut werden. Die Pläne werden seit April diesen Jahres diskutuert und riefen bereits Kritiker auf den Plan. Doch welche Chancen hätte eine Rüstungsmesse in Düsseldorf?

Drohnen-Messe Xponential könnte zur Rüstungsmesse ausgebaut werden

Flugabwehrsysteme von Rheinmetall
Diese und ähnliche Waffensysteme könnten ab 2026 auf einer Rüstungsmesse in Düsseldorf zu sehen sein, Foto: Rheinmetall-Pressebild

Die Xponential fand im Februar diesen Jahres zum ersten Mal am Messestandort Düsseldorf statt. Normalerweise ist die weltweit führende Leitmesse in den USA im Bundesstaat Colorado beheimatet, wo so sie 2023 erstmals gemeinsam von der Messe Düsseldorf North America (MDNA) und der Association for Uncrewed Vehicles International (AUVSI) ausgerichtet wurde. Nun kam die als „Zukunftsplattform für Mobilität“ titulierte Fachmesse erstmals in die NRW-Landeshauptstadt und konnte zu ihrem Auftrakt Besucher aus 65 Nationen begrüßen. Rund 190 Unternehmen präsentierten High-Tech-Produkte aus den Bereichen der unbemannten Systeme auf Straße, Wasser, Luft, Schiene und im Weltraum.

Nach den Plänen von Messe-Chef Wolfram Diener könnte die Plattform nun zur Rüstungsmesse ausgebaut werden, auf der dann auch Panzer, Haubitzen und andere Waffensysteme gezeigt werden würden. Bei einem Networking-Event hatte Diener darüber berichtet, dass es bereits vor zwei Jahren eine entsprechende Anfrage des „führenden Veranstalter Europas“ gegeben habe, es der Messe Düsseldorf jedoch „nicht erlaubt gewesen sei“, diese wahrzunehmen. Daraufhin plante der Veranstalter mit dem Messestandort Hannover, wo bislang jedoch noch keine Rüstungsmesse zustande kam.

Nun möchte Diener also einen neuen Anlauf wagen und eine Verteidigungsmesse nach Nordrhein-Westfalen holen. Rückenwind erhält er dabei vom Aufsichtsrat, der im Mai breite Zustimmung signalisierte und von einem großen Bedarf der Verteidigungsindustrie an einer solchen Fachmesse sprach. Auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller äußerte sich positiv zu den Plänen.

Rüstungsmesse mit internationaler Konkurrenz

Vergleichbare Rüstungsmessen wie die nun geplante sind in Europa bislang rar gesät. Zu nennen wäre beispielsweise die seit 1967 stattfidende „Eurosatory“. Hier wird im nördlich von Paris gelegenen Villepinte alle zwei Jahre vor allem Heeres- und Luftlandetechnik präsentiert. Ebenso zu nennen ist die „Defence & Security Equipment International“, kurz DSEI, die ebenfalls alle zwei Jahre in London stattfindet und sich auf Verteidigungssysteme und Ausrüstung spezialisiert hat. Auf beiden Messen regelmäßig präsent ist der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall, der auch auf der nun geplanten Rüsrtungsmesse in Düsseldorf eine tragende Rolle spielen dürfte.

Kritik an Rüstungsschau in Düsseldorf

Kritik an den Planungen zur neuen Rüstungsschau in Düsseldorf äußerte unter anderem Die Linke. Sie wolle „keine Normalisierung von Krieg, keine Bühne für Aufrüstung und keinen Exportmarkt für den Tod“, heißt es in einer Erklärung der Partei. Stattdessen forderten sie einen Friedenskongress in Düsseldorf. Ein Antrag der Linksfraktion, mit dem die Planungen für eine Rüstungsmesse gestoppt werden sollte, wurde jedoch mit einer klareren Mehrheit vom Düsseldorfer Stadtrat abgewiesen.

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