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Immobilienpreise in Düsseldorf erneut deutlich gestiegen

Die Immobilienpreise in Düsseldorf bewegen sich weiterhin auf enorm hohem Niveau. Sowohl Eigentumswohnungen als auch Eigenheime werden in der Metropole am Rhein immer teurer. Das bedeutet einserseits einen anhaltenden Wertzuwachs und gute Renditeaussichten, was den Kauf einer Immobilie für insbesondere für Kapitalanleger besonders attraktiv macht. Andererseits haben Menschen aus mittleren und niedrigen Einkommensklassen immer seltener die Chance, sich eine Wohnung oder ein Haus in der Landeshauptstadt zu leisten. Viele wandern daher ins Umland ab, wo die Immobilienpreise jedoch ebenfalls seit Jahren steigen.

Preise für Eigentumswohnungen auf Rekordniveau

Immobilienpreise
Die Immobilienpreise in Düsseldorf bewegen sich weiterhin auf Rekordniveau, Foto: MichaelGaida / pixabay

Im vergangenen Jahr stiegen die Preise für Eigentumswohnungen in Düsseldorf um sagenhafte 15 bis 20 Prozent. Mit diesem Preissprung bewegt sich der Markt erneut auf einem Rekordniveau. Auch die Corona-Pandemie scheint den Trend nicht auszubremsen. Nach Angaben des Gutachterausschusses der Stadt Düsseldorf wurde zuletzt deutlich mehr für Vorkriegsbauten gezahlt, deren Preise um 19,5 Prozent zulegten. Bei Wohnungen in Gebäuden, die nach dem Krieg errichtet wurden, stiegen die Preise um fast 16 Prozent. Hingegen wurden Neubauten, die nicht älter als zehn Jahre sind, „nur“ um sieben Prozent teurer.

Warum es innerhalb eines Jahres zu den deutlichen Preissprüngen kommt, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Es wird jedoch vermutet, dass es eine Art Nachholeffekt im Zuge der Pandemie gab. So stiegen die Preise Anfang 2020 nur um moderate 3,2 Prozent, was auf ein zurückhaltendes Interesse der Käufer schießen lässt. Nun zieht die Nachfrage jedoch wieder deutlich an, was die Preise in die Höhe treibt.

Der Marktbericht Wohnimmobilien des Immobilienspezialisten Engel & Völkers bestätigt diese Entwicklung. Demnach lag der durchschnittliche Angebotspreis bei einer Bestandsimmobilie im letzten Jahr bei 5.190 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet eine Steigerung um 18,8 Prozent im Vergleich zu 2020. Betrachtet man die Preisentwicklung der vergangenen fünf Jahre, so sind Eigentumswohnungen heute im Durchschnitt 68,7 Prozent teurer als noch 2018.

Einfamilienhäuser fast 15 Prozent teurer

Auch die Preise für Häuser in Düsseldorf sind erneut gestiegen. So sind Einfamilienhäusern nun 14,8 Prozent teurer als im Jahr zuvor. Für ein Reihenhaus muss im Schnitt 13,5 Prozent mehr Geld gezahlt werden. Für eine Doppelhaushälfte werden inzwischen Spitzenpreise von bis zu 1,3 Millionen Euro gezahlt. Bei freistehenden Einfamilienhäuser rangieren die Immobilienpreise bei 2 bis 7,5 Millionen Euro. Diese Preisentwicklung macht auch bisher eher unattraktive Randlagen zu begehrten Anlageobjekten, so das für einen entsprechenden Neubau schnell 10.000 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. An der Spitze der Preistabelle rangiert nach wie vor die Top-Lage Königsallee. Hier müssen bis zu 55.000 Euro pro Quadratmeter Bauland für ein Büro- oder Geschäftshaus hingelegt werden.

Die neuen Richtwerte basieren auf insgesamt 4.600 Kauffällen, die im vergangenen Jahr abgewickelt wurden. Dabei lag der Gesamtumsatz bei 5,7 Milliarden Euro.

Begehrte Wohnlagen in Düsseldorf

Zu den besonders begehrten Stadtteilen, für die weitere Preissteigerungen erwartet werden, zählen laut Engel & Völkers Kaiserswerth, Wittlaer, Oberkassel, Niederkassel, Carlstadt, Düsseltal, Golzheim. Ebenfalls gefragt sind „gute Lagen“ in Lörick, Stockum, Flingern-Nord, Pempelfort, Unterbilk und Grafenberg, sowie die weiter außerhalb liegenden Stadtteile Angermund, Hubbelrath und Unterbach. In der „Mittleren Lage“ rangieren Stadtteile, die sich vor allem im Stadtzentrum befinden, darunter Bilk, die Stadtmitte, Derendorf, Mörsenbroich und Unterrath, zudem Gerresheim, Vennhausen, Lohausen oder Volmwerswerth. Als „einfache Lage“ gelten beispielsweise Wersten, Eller, Rath oder die südlich gelegenen Stadtteile Holthausen, Garath und Hellerhof.

Eigentumswohnung oder Eigenheim kaufen

Wer sich den Traum von einer Eigentumswohnung oder einem Eigenheim erfüllen will, muss also deutlich tiefer in die Tasche greifen, als noch vor einigen Jahren. Und ein Abbebben dieser Entwicklung ist nicht absehbar. So sagte Thomas Weindel, Vorsitzender des Gutachterausschusses, gegenüber der Rheinischen Post, dass der Markt gesund sei. Man könne nicht von einer Blase sprechen, da das notwendige Kapital für die Immobilienkäufe vorhanden sei.

Dennoch bleibt der Immobileinkauf aufgrund des weiterhin sehr niedrigen Zinsniveaus eine interessante Anlageform. Potentielle Käufer sollten sich im Hinblick auf die Preiswentwicklung jedoch eingehend beraten lassen und verfügbare Finanzierungsoptionen genau abwägen. Kredite sollten bei der Laufzeit gestaffelt und die verschiedenen Angebote gut miteinander verglichen werden, damit Sie die günstigsten Konditionen erhalten. Eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent ist empfehlenswert. Bevor dem veranschlagten Preis zugestimmt wird, ist es ratsam einen Immobiliengutachter hinzuzuziehen. Dieser kann den Wert der Immobile objektiv bewerten und eventuelle Schäden oder Mängel aufdecken.

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