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Neues Viertel geplant: B8-Center soll „Grüne Mitte“ werden

Die Planungen um das B8-Center in Flingern werden konkreter. Nach einem intensiven Planverfahren wurden am vergangenen Freitag drei ausgearbeitete Entwürfe durch das Planungsteam präsentiert und mit Vertretern der Politik, der Stadtverwaltung, des Eigentümers und der Bürgerschaft diskutiert. Die digitale Veranstaltung zur Neubebauung des Areals zwischen Werdener und Erkrather Straße stieß auf großes Interesse. Das Planungsteam, bestehend aus MVRDV (Rotterdam), Lola Landscape (Berlin) und der Planersocietät (Dortmund), erntete viele lobende Worte, erhilet jedoch auch konstruktiv-kritisches Feedback.

B8-Center
Blick auf das B8-Center in Düsseldorf-Flingern, Foto: Cube Real Estate

Vorgestellt wurden die städtebaulichen Szenarien mit den klangvollen Titeln „Die Innenwelten“, „Die Stadtbalkone“ und „Die Grüne Mitte“. Diese eint ein gemeinsames Grundkonzept, das auf der Grundfläche von rund 23.000 Quadratmetern eine jeweils anders gestaltete Bebauung berücksichtigt, die neben 41.000 Quadratmetern Wohnfläche auch mehr als 24.000 Quadratmeter für Büros und Gewerbe vorsieht. Die Nahversorgung soll durch die Integration des bestehenden Lidl-Marktes gesichert werden. Auch eine Kita, Flächen für Kulturangebote sowie Einrichtungen für Senioren sind in allen Szenarien berücksichtigt.

B8-Center wird abgerissen

Zu Beginn des Vortrags führten die verantwortlichen Planer aus, dass der aktuelle Gebäudekomplex aufgrund seiner Statik und Beschaffenheit nicht für eine zukünftige Nutzung zur Verfügung steht. Daher werde ein fast vollständiger Rückbau angestrebt. lediglich das historische und unter Denkmalschutz stehende Bestandsgebäude an der Erkratherstraße, dessen Fassade bereits in das B8-Center integriert werden musste, soll erhalten bleiben und als Identifikations- und Ankerpunkt dienen. Durch den Abriss, der aufgrund noch laufender Mietverträge jedoch in mehreren Phasen ablaufen dürfte, wird Platz für viel Grün und eine vollständig neue, zeitgemäße Bebauung geschaffen. Nach den Vorstellungen der Planer soll ein lebendiges Viertel entstehen, das sowohl geförderten als auch freifinanzierten Wohnraum berücksichtigt. Unterschiedliche Wohnungstypen für Singles, Paare, Familien und Senioren sollen für eine ausgewogene Durchmischung sorgen.

Dabei spielt das Thema Nachhaltigkeit eine tragende Rolle. So wird das Prinzip des „zirkulären Bauens“ angestrebt, bei dem bestehende Baumaterialien wiederverwendet werden. Auf den teils begehbaren Dächern finden Photovoltaikanlagen und Begrünung Platz. Zwischen den Gebäuden sollen parkähnliche Anlagen mit verschiedenen Freizeitangeboten entstehen, durch die Hitzeinseleffekte vermieden und ein ausgeglichenes Stadtklima vor Ort gewährleistet werden soll. Ein Dorfplatz soll die Anbindung an die benachbarten Straßen ermöglichen.

Planungen zu Verkehr und Parkplätzen

In allen drei Entwürfen sind ausreichende Parkmöglichkeiten für die Anwohner und Kunden des geplanten Gewerbeangebots vorgesehen. Zu dem vielfach geäußerten Wunsch nach einer Quartiersgarage äußerten sich die Planer und Architekten verhalten, da sie die zur Verfügung stehende Fläche anders nutzen wollen und der tatsächliche Bedarf für zusätzliche Parkmöglichkeiten genauer untersuchen werden müsste. Zudem wäre zu klären, wer ein solches Parkangebot betreiben soll. Insgesamt spielt der Autoverkehr im neuen Quartier allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Geplant sind vor allem Fußwege. Eingänge soll es von allen umgebenden Straßen geben, um das Gelände bestmöglich zu erschließen. Der Fahrradverkehr soll möglichst um das Quartier herum geführt werden, um verkehrstechnische Konflikte zu minimieren. An einem Mobility Hub sollen unterschiedliche Mobilitätslösungen wie E-Roller, Mietfahrräder oder Car-Sharing angeboten werden.

Szenario 1: Innenwelten

Der Entwurf „Innenwelten“ sieht zwei Gebäudekomplexe mit großen Innenhöfen vor. Diese bieten neben einer großflächigen Begrünung vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten etwa für Spiel- und Liegewiesen, einen Fußball- oder Basketballplatz, eine Skateanlage, einen Teich, Sitzgelegenheiten oder Spielplätze. Diese Angebote sollen nicht nur den Anwohnern zur Verfügung stehen, sondern dem gesamten Stadtteil zugutekommen. Die umgebenden Baukörper errechen eine Höhe von 20 bis 40 Metern und wirken auf den geziegten Animationen sehr wuchtig. Diese Wirkung könnte allerdings in der architektonischen Ausarbeitung deutlich gemindert werden, so die Planer.

Szenario 2: Stadtbalkone

Im zweiten Szenario namens „Stadtbalkone“ sollen drei Gebäuderiegel erreichtet werden, die die bestehenden Straßenverläufe der Umgebung aufgreifen. Unterschiedlichen Gebäudehöhen und versetzte Baukörper sorgen für eine abwechlungsreiche Gestaltung. Der Clou ist jedoch das sogenannte „Rack“, dass die Gebäude zur Straßenseite hin ummantelt. Der englische Begriffe Rack steht für eine Rahmenkonstruktion, die für unterschiedliche Einsatzzwecke genutzt werden kann. Im Entwurf dient es vor allem der Fassadenbegründung und dem Lärmschutz. Aber auch Balkone, Aufgänge und Wandelgänge sind denkbar. In diesem Szenario fallen die Grünflächen zwischen den Gebäude etwas kleiner aus, was deren Nutzung einschränkt.

Animation des Szenarios „Die grüne Mitte“ für das B8-Center Areal in Düsseldorf-Flingern, Abb: Gemeinschaftswerk Flingern / Cube Real Estate

Szenario 3: Die Grüne Mitte

Erste Darstellung der Planungsidee „Die Grüne Mitte“ für das B8-Center, Abbildung: Cube Real Estate

Der Vorschlag mit dem Titel „Die Grüne Mitte“ wird von einem großen Park dominiert, der von einem U-förmigen Baukörper zur Erkrather und Werdener Straße hin abgeschrimt wird. Dominiert wird dieser von einem bis zu 60 Meter hoher Büroturm, der von Seiten der Politik durchaus kritisches Feedback erntete. Dafür fallen die Höhen der übrigen Gebäude niedriger aus und insgesamt bleibt mehr Platz für eine naturnahe Gestaltung der großen Freifläche. So würde ein Park entstehen, der mit bestehenden Grünanlagen verbunden werden könnte und Möglichkeiten für Sport und Erholung bieten würde.

Die Grüne Mitte - Gemeinschaftswerk Flingern

B8-Center soll zur „Grünen Mitte“ werden

Im Anschluss an die Präsentation wurden die drei Szenarien für das bisherige B8-Center diskutiert und kritische Anmerkungen mit dem Planungsteam erörtert. Letztlich entschied sich das Empfehlungsgremium, bestehend aus Fachplanern, Beteiligten der Verwaltung und der Politik sowie Vertretern der Bürgerschaft und des Investors Cube Real Estate mehrheitlich für das Szenario „Die Grüne Mitte“. Das Planungsteam wird die Anmerkungen nun in einen finalen Entwurf einarbeiten und architektonische Ausarbeitung starten. Daraus resultiert dann ein städtebaulicher Rahmenplan, der die Grundlage für die Bauleitplanung bildet. Letztendlich muss dann der Stadtrat über das Bauvorhaben entscheiden. Die städtische Planungsdezernentin Cornelia Zuschke merkte dahingehend an, das unter Umständen nicht alle Ideen des Siegerentwurfs in die Praxis umgesetzt werden könnten.

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