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Was wird aus dem Vallourec Gelände in Düsseldorf-Rath?

Was geschieht mit dem Vallourec Gelände in Düsseldorf-Rath? Diese Frage stellen sich viele Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft seitdem das Aus des traditionsreichen Röhrenwerkes im Düsseldorfer Nordern Ende Mai verkündet wurde. Die Produktion soll spätestens Ende 2023 auslaufen – rund 1.650 Angestellte werden ihren Job verlieren. Doch noch während diese dem unausweichlicen Ende entgegenblicken, kocht bereits die Debatte um die künftige Nutzung des Werksgeländes hoch.

Verkuafspläne für Vallourec Gelände stoßen auf großes Interesse

Industrieanlage
Im schlimmsten Fall könnte das Vallourec Gelände in Düsseldorf Rath jahrelang brach liegen, wie dieses Areal in Duisburg, Foto: herbert2512 / pixabay

Mitte August war bekannt geworden, dass der im Juni gestartete Verkaufsprozess für das Vallourec Gelände auf reges Interesse stößt. Verschiedene Interessenten haben nach Auskunft des Unternehmens erste Angebote abgegeben. Darauf würden nun Besichtigungen des Werksgeländes folgen, bevor die Verkaufsverhandlungen konkretisiert würden. Kritiker befürchten, dass Vallourec lediglich einen möglichst hohen Verkaufspreis erzielen möchte, ohne sich eingehend mit der Qualität der zukünftigen Planungen zu befassen. Irrtierend wirkte in jedem Fall ein Bericht aus der Rheinischen Post, der die „vertraulichen Verkaufsunterlagen“ des zuständigen Maklers thematisierte. Darin sei auch eine mögliche Wohnbebauung angesprochen worden. Aktuell ist für das Areal jedoch ausschließlich eine industrielle Nutzung vorgeschrieben.

Ansiedlung von Zukunftsindustrien gefordert

Nun schaltet sich die IG Metall ein, die gemeinsam mit dem Vallourec-Betriebsrat einen runden Tisch forderte, um die Planungen zum Vallourec-Gelände offen zu diskutieren und mögliche Investoren zu akquirieren. Moderiert werden soll dieser runde Tisch von Düsseldorf’s Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der sich deutlich für eine industriell-gewerbliche Nutzung aussprach und Grundstücksspekulationen in jedem Fall verhindern möchte.

Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter bestehe die eine einmalige Chance, zukunftsträchtige Arbeitsplätze nach Düsseldorf zu holen. Vor allem wünscht man sich von den politischen Vertretern die Ansiedlung hochwertiger Industriebetriebe. Stattdessen kreise die bisherige Diskussion jedoch vor allem um das Grundstück, das mit einer Fläche von rund 895.225 Quadratmetern und einer Lage unweit des Flughafen Düsseldorf und wichtiger Verkehrsknotenpunkte vielerlei Begehrlichenkeiten weckt.

Jedoch müsse es laut Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss, darum gehen, Zukunftsindustrien auf dem Grundstück anzusiedeln, etwa Batteriehersteller, Halbleiterhersteller oder Zulieferer im Bereich Wasserstofftechnologie. Derartige Unternehmen würden hochwertige und gut bezahlte Arbeitsplätze von morgen für den Standort Düsseldorf sichern.

„Wo ist denn der Batteriehersteller, der das Gelände nutzen könnte? Wo ist der Halbleiterhersteller oder der Zulieferer für Wasserstofftechnologie? Es muss darum gehen, jetzt aktive Industriepolitik zu betreiben und Firmen nach Düsseldorf zu holen, die auch in neue Arbeitsplätze investieren. Denn eines ist klar: Wir brauchen nicht das nächste Amazon-Verteilzentrum, das nur Jobs auf Mindestlohn-Niveau bietet.“
Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Düsseldorf-Neuss

Mischnutzung für Vallourec Gelände denkbar

Jedoch müsse man realistische bleiben und in jedem Fall ein jahrelanges brachliegen des Areals vermeiden. Daher sei aus Sicht von IG Metall und den Betriebsräten auch eine Mischnutzung denkbar. Beispielsweise könnte ein Projektentwickler einen Teil des Vallourec Geländes für „Industrie light“ und Gewerbe nutzen, während an den Rändern Wohnbebauung möglich wäre.

Verkaufserlös fließt in Vallourec Sozialplan ein

Übrigens: der letztlich erzielte Verkaufserlös für das Vallourec Gelände in Düsseldorf-Rath fließt in den Sozialplan für die bisherigen Vallorec-Angestellten ein. Das hat Herbert Schaaff, Geschäftsführer Personal bei Vallourec und Arbeitsdirektor in Deutschland, auf Nachfrage der Rheinischen Post bestätigt. Somit haben auch diese ein gesteigertes Interesse an den Verkaufsverhandlungen. Umso beachtlicher, dass sich die Arbeitnehmervertreter nicht für das höchste Angebot engagieren, sondern eine sinngemäße Nutzung des Geländes für den Industriestandort Düsseldorf präferieren. Experten schätzen den möglich Wert des Grundstücks auf einen dreistelligen Millionenbetrags.

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