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Anlagenbauer SMS Group baut 570 Stellen ab

Der Düsseldorfer Maschinen- und Anlagenbauer SMS Group baut erneut massiv Stellen ab. Wie das Unternehmen mitteilt, sind insgesamt 570 Stellen betroffen. Besonders hart trifft es die Standorte in Mönchengladbach mit 280 Stellen, sowie das Fertigungszentrum Hilchenbach im Siegerland, wo 150 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren werden. In der SMS Zentrale in Düsseldorf soll es 110 Stellenstreichungen geben. Weitere zehn Stellen fallen im westfälischen Witten weg. SMS-Töchter wie Elexis oder Würth sollen nicht vom geplanten Stellenabbau betroffen sein.

Stahlwerk
Die SMS Group ist auf den Anlagen- und Maschinenbau für die Stahl- und NE-Metallindustrie spezialisiert. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt weltweit einen Umsatz von über 3 Mrd. Euro, Foto: skeeze / pixabay / CC0 Creative Commons

Betriebsbedingte Kündigungen können nicht ausgeschlossen werden

Somit ist von den etwa 4.100 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2020 fast jeder siebte von den Stellenstreichungen betroffen. Die meisten Arbeitsplätze fallen in den Sparten Fertigung, Langprodukte, Metallurgie und Zentralfunktionen weg. Bis zu 440 Stellen sollen noch im laufenden Geschäftsjahr 2018 abgebaut werden. Laut dem Vorstand sei man bemüht, sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden. Die Rede ist von Vorruhestandsregelungen und Aufhebungsverträge. Jedoch könnten betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen werden.

Die Geschäftsführung hat Beratungen mit den Betriebsräten zur Umsetzung der Maßnahmen aufgenommen. Die IG Metall hat inzwischen einer Aussetzung der eigentlich zum 1. April vorgesehenen Tariferhöhung um 4,3 Prozent zugestimmt. Es habe auch schon erste Sondierungen zwischen Gewerkschaft, SMS Group und Arbeitgeberseite über einen Haustarifvertrag  gegeben heißt es in der Rheinischen Post. Zuletzt hatte SMS vor zwei Jahren massiv Personal abgebaut. Damals war der Standort in Hilden komplett geschlossen worden.

Anhaltende Stahlkrise macht Anlagenbauer SMS Group zu schaffen

SMS GroupDie SMS Group ist auf die Ausrüstung von Stahlwerken spezialisiert und beliefert Stahlherstellern wie Thyssen-Krupp, Tata oder Arcelor-Mittal. Wie diese hat auch SMS mit der weltweiten Stahlkrise zu kämpfen. Laut Vorstandschef Burkhard Dahmen habe sich der Markt zuletzt nicht wie erhofft entwickelt, so dass man gezwungen sei, Kosten zu senken und die Mitarbeiterzahl zu reduzieren. Der Stahlmarkt leidet seit Jahren unter enormen Überkapazitäten von rund 600 Millionen Tonnen pro Jahr. Neue Absatzmöglichkeiten für SMS, etwa im Iran, hatten sich zuletzt zerschlagen. Zudem beeinflusst auch der sich anbahnende Handelskrieg zwischen den USA und China die Geschäfte negativ.

Neue Umsatzpotentiale bei Serviceleistungen und 3D-Druck

Durch die sinkenden Personalkosten will SMS in neue Produkte und Prozesse investieren. Die Rede ist vom „strategisch bedeutungsvollen Bereich der Digitalisierung (Industrie 4.0)„. Viel Potential sieht SMS auch im Servicebereich. Bislang werden bereits rund 25 Prozent des Umsatzes mit Wartungen und Reparaturen erwirtschaftet. Ein wichtiger neuer Geschäftsbereich könnte zukünftig der industrielle 3D-Druck mit Metallstaub werden. In diesem Gebiet forscht seit 2016 auch der Stahlkonzern Voestalpine am Standort Düsseldorf.

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