home Messe, Wirtschaft Messestandort Düsseldorf im nationalen Vergleich

Messestandort Düsseldorf im nationalen Vergleich

Mitte März ging in Düsseldorf die „Beauty International“ zuende, zu der erneut rund 55.000 Fachbesucher kamen. Doch kaum waren die Werbeplakate der europäischen Leitmesse für Schönheit und Schönheitspflege abgehangen, sah man schon wieder die Ankündigungen zur ProWein in der Stadt, die ihrerseits von den Messen wire (weltweit wichtigsten Messe der Draht- und Kabelindustrie) und Tube (Weltleitmesse der Rohr- und rohrverarbeitenden Industrie) abelöst wurden. Wirft man einen Blick in den Düsseldorfer Messekalender, finden sich lediglich in den klassischen Sommermonaten Juni und Juli einige Lücken. Ansonsten sind die Termine eng gestaffelt. Die Messe Düsseldorf ist vor allem die Heimat bedeutender Investitionsgütermessen. Die große Nachfrage nach diesen Veranstaltungen „made in Düsseldorf“, unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt als weltweit bedeutender Messestandort.

Messe Düsseldorf blickt auf eine lange Tradition zurück

Messe DüsseldorfMessen haben in Düsseldorf Tradition. Eine erste Industrie- und Gewerbeausstellung fand bereits zu Napoleons Zeiten im Jahre 1811 statt. Ihr folgten weitere bedeutende Ausstellungen im 19. Jahrhundert. Es handelte sich allerdings um einmalige Ereignisse. Das gilt auch für die GeSoLei – die „Große Ausstellung für Gesundheitspflege, Soziale Fürsorge und Leibesübungen“- im Jahre 1926. Sie war mit 7,5 Mio. Besuchern die größte Messeveranstaltung während der Weimarer Republik. Regelmäßige Messen haben sich in Düsseldorf erst nach dem 2. Weltkrieg so richtig etabliert. Dies ist dem „Ausfall“ der Leipziger Messe zu verdanken. Durch die deutsche Teilung war sie für westdeutsche Aussteller verschlossen – eine Chance für Messeplätze, die bis dato eher regionale Bedeutung hatten.

Messestandort im ständigen Wandel

Mit einer Hallenkapazität von mehr als 262.000 Quadratmetern belegt die Landeshauptstadt heute Platz 4 unter den deutschen Messestandorten – nach der Hannover Messe, der Messe Frankfurt und der Köln Messe. Im weltweiten Vergleich steht sie damit an achter Stelle. Zudem steht 43.000 Quadratmeter Freigelände zur Verfügung, das für die Veranstaltungen genutzt werden kann. Seit der (Neu-)Gründung im Jahre 1947 wurde die Infrastruktur der Messe kontinuierlich weiterentwickelt. Das Messegelände, im Düsseldorfer Norden (Stadtteil Stockum) in unmittelbarer Rheinlage gelegen, entstand im Wesentlichen ab 1971, wurde seither aber laufend erweitert und modernisiert. Heute umfasst insgesamt 17 Hallen von unterschiedlicher Größe, wobei sich die Hallen 1 im Rahmen des Projekts Neue Messe Süd noch bis zum Sommer 2019 im Bau befindet. Insgesamt plant die Messe Düsseldorf bis 2030 rund 636 Millionen Euro in das Mesegelände zu investieren.

interpack2017
Die interpack 2017 war die bislang größte Messeveranstaltung der Messe Düsseldorf, Foto: Messe Duesseldorf / ctillmann

Mehr als 50 Messen pro Jahr

In Düsseldorf finden jedes Jahr mehr als 50 Messen statt, davon sind etwa die Hälfte jeweils Weltleitmessen in ihrem Bereich. Bei den meisten Veranstaltungen handelt es sich um Fachmessen, die sich in erster Linie oder ausschließlich an Fachbesucher richten. Dennoch strämen jährlich etwa 1,6 Mio. Besucher in die Messehallen. Wichtige Themenbereiche sind der  Maschinen- und Anlagenbau, Handel, Handwerk und Dienstleistungen, Mode und Lifestyle, Freizeit sowie Medizin und Gesundheit. Mit den Messen „boot“ und „Caravan Salon Düsseldorf“ verfügt die Düsseldorfer Messe über zwei echte „Publikumsmagnete„. Beide Messen zusammen decken mehr als ein Viertel der jährlichen Besucherzahlen ab. Die „boot“ ist die weltweit größte Messe für Motorboote, Yachten, Boots-Touristik und Wassersport. Der Caravan Salon hat die gleiche Position in puncto Wohnwagen, Wohnmobile und Camping.

Mehr als „boot“ und „Caravan Salon“

Weitere bedeutende Messeveranstaltungen neben den bereits erwähnten sind zum Beispiel die „drupa“ (Weltleitmesse für Druck- und Medientechnik), die „glasstec“ (internationale Fachmesse für Glas und Glasverarbeitung), die ProWein (internationale Fachmesse für Wein und Spirituosen), Die „K“ (Kunststoffe) oder die REHACARE (internationale Fachmesse für Pflege, Prävention, Rehabilitation und Inklusion) um nur einige Beispiele zu nennen. Neben den großen Messen finden pro Jahr zudem bis zu 2.800 Kongress- oder Fachveranstaltungen auf dem Messegelände statt, viele davon im CCD Congress Center Düsseldorf.

Wirtschaftlich gesund und erfolgreich

Zwar hatte die Messe Düsseldorf nach dem Rekordjahr 2016 einen Umsatzrückgang von 407 Millionen Euro auf 330 Millionen Euro zu verzeichnen, diese Entwicklung stimmt die Konzernfürhung aber nicht im Mindesten pessimistisch. Immerhin muss bei der Betrachtung der Zahlen berücksichtigt werden, das 2016 vor allem von den beiden besonders besucherstarken Großmessen drupa (260.000 Besucher) und K (232.000 Besucher) profitierte – und diese finden jeweils nur alle vier bzw. drei 3 Jahre statt. Somit war von einem Umsatzrückgang auszugehen. Dennoch konnte der Planwert der Messe Düsseldorf GmbH noch um rund neun Prozent übertroffen werden. Fats 10 Prozent des Umsatzes (rund 35 Millionen Euro) erwirtschaftet die Messe Gruppe übrigens im Ausland. Hier konnte zuletzt eine deutliche Umsatzsteigerung von fast 10 Prozent verzeichnet werden. Das Jahresergebnis nach Steuern wird nach Angaben des Unternehmens bei etwa 30 Millionen Euro liegen. Diese Zahlen untermauern einmal mehr die Position der Messe Düsseldorf als eine der profitabelsten Messegesellschaften mit eigenem Gelände in Europa.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.