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Uniper Verkauf an Fortum – Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Uniper, die Kraftwerkstochter des Essener Energiekonzerns Eon, hat seit der Abspaltung vom Mutterkonzern eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Noch vor einem Jahr als Resterampe verspottet, mauserte sich das Unternehmen zu einer soliden Größe an der Börse und verdoppelte zuletzt seinen Wert. Durch das rasante Wachstum rückte Uniper ins Rampenlicht. Nun möchte der finnische Versorger Fortum die Eon-Tochter übernehmen. Sollte ein derartiger Uniper Verkauf jedoch zustande kommen, fürchten tausende Uniper-Mitarbeiter um ihre Jobs.

Uniper Aktie verdoppelte binnen einen Jahres ihren Wert

Uniper Börsengang
Seit dem Börsengang von Uniper im September 2016 hat das Unternehmen eine bemerkenswerte Entwicklung genommen, Foto: Uniper

Im September 2016 gründete Eon das neue Tochterunternehmen Uniper, um die kritischen Geschäftsfelder Wasser, Kohle und Gas auszugliedern und an die Börse zu bringen. Zum Börsenstart konnte das Papier einen Wert von 10,015 Euro verzeichnen und entwickelte sich fortan positiv. Inzwischen rangiert die Aktie bei rund 23 Euro. Annähernd so viel, nämlich 22 Euro je Anteilsschein, bietet nun der finnische Energieversorger Fortum mit Sitz in Espoo. Rund 47 Prozent der Uniper-Aktien befinden sich aktuell noch im Besitz von Eon. Der Verkauf könnte rund 3,8 Milliarden Euro in die klamme Kasse des Energiekonzerns spülen.

Aus Branchenkreisen war zuletzt zu hören, der Deal über den Transfer des Aktienpakets sei bereits fixiert worden. Demnach würde eine schmerzhafte Vertragsstrafe drohen, sollte das Eon-Management jetzt noch einen Rückzieher machen. Der Uniper-Vorstandsvorsitzender Klaus Schäfer betonte jedoch zuletzt in einer Pressemitteilung, dass der Vorstoß von Fortum unaufgefordert kam und nicht der öffentlich kommunizierten Strategie entspreche. Uniper befinde sich derzeit weder in Gesprächen mit Fortum noch mit Eon in Bezug auf die unaufgeforderten und nicht bindenden Transaktionsvorschläge beider Unternehmen.

Arbeitnehmer bangen wegen möglichem Uniper Verkauf um über 1.000 Jobs

Uniper Mitarbeiter
Durch den Uniper Verkauf an Fortum wären zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet, Foto: Uniper

Derweil fürchte tausende Uniper-Mitarbeiter angesichts der Übernahmepläne um ihren Arbeitsplatz. Harald Seegatz, Chef des Uniper-Betriebsrats äußerte sich gegenüber der Rheinische Post wie folgt: „Wir fürchten, dass die Finnen Uniper komplett übernehmen und zerschlagen.“ Auch wenn Fortum-Chef Pekka Lundmark ihm zugesichert habe, nicht an einer vollständigen Übernahme interessiert zu sein, zweifelt der Betriebsrat an der Glaubwürdigkeit dieser Aussage. Immerhin habe Fortum bereits vor einigen Wochen einen konkreten Versuch unternommen 100-Prozent der Anteile zu übernehmen. „Wieso sollte sich an der ursprünglichen Zielsetzung etwas geändert haben?“, so Seegatz. Im Falle einer 100%-igen Übernahme durch den finnischen Konzern sei mit dem Verlust von mindestens 1.000 Arbeitsplätzen zu rechnen, viele davon in Deutschland. Aktuell arbeiten rund 13.000 Beschäftigte für Uniper, 5.000 davon in Deutschland.

Was Fortum mit der Uniper-Übernahme plant

Doch was hat Fortum mit Uniper vor? Bislang äußerte sich Fortum-Chef Lundmark nicht konkret zu einem Konzept für das in Düsseldorf beheimatete Unternehmen. Zudem sind einige Aussagen widersprüchlich. Sicher scheint, dass Teile von Uniper weiterveräußert werden müssten, um den Kauf zu finanzieren. Ganz oben auf der Liste dürfte das klassische Kraftwerksgeschäft stehen, das nicht in die Fortum-Strategie einer CO2-freien Stromproduktion passt. Zudem könnte Fortum das Russland- und Skandinavien-Geschäft mit dem von Uniper zusammenlegen. Dadurch würden Synergien entstehen, die zahlreiche Arbeitsplätze überflüssig machen würde. Wie viel letztlich vom ursprünglichen Unternehmen übrig bliebe, ist offen. Für eine Zerschlagung von Uniper, benötigt Fortum laut IWR-Online übrigens nur eine Übernahmequote von mehr als 75 Prozent.

Uniper-Betriebsratschef Seegatz äußerte sich in der RP zum möglichen Uniper Verkauf mit einer eindeutigen Botschaft an die Eon-Spitze:

Wir wünschen uns vom Eon-Vorstand, dass Eon seine Uniper-Beteiligung an mehrere Investoren verkauft, um die Eigenständigkeit von Uniper – wie von ihm einst versprochen – zu sichern.

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