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Eurowings schließt weite Teile der Air Berlin Lücke am Flughafen Düsseldorf

Die Lufthansa Tochter Eurowings baut ihr Engagement am Flughafen Düsseldorf massiv aus und füllt damit in vielen Bereichen die Lücke, die die Insolvenz von Air Berlin an NRWs größtem Flughafen gerissen hat. Bei einem Pressegespräch stellten die Verantwortlichen den neuen Sommerflugplan vor, der eine Kapazitätserhöhung um 30 Prozent vorsieht. Künftig will die Low-Cost Airline so rund eine Million Tickets im Monat ab Düsseldorf anbieten. Geplant sind über 250 Flüge pro Tag zu 95 deutschen, europäischen und internationalen Zielen. Damit ist der Düsseldorf Airport mit Abstand der wichtigste Flughafen für Eurowings. Bis zu 4.000 neue Arbeitsplätze sollen im Zuge der Aufstockung entstehen, heißt es.

Aufstockung der Eurowings-Flotte auf 40 Flugzeuge

Um die Kapazitätserweiterung in Düsseldorf bewerkstelligen zu können, werden künftig rund 40 Flugzeuge dauerhaft in der Hauptstadt Nordrhein-Westfalens stationiert. Bei drei davon handelt es sich um Langstreckenjets, die vor allem für Ziele in den USA eingesetzt werden sollen. Namentlich sind das Fort Myers, Miami und New York. Zudem kündigte Eurowings an, erstmals eine auf Geschäftsreisende ausgerichtete Business Class anbieten zu wollen. Die Sitze auf den Langstreckenflügen sollen identisch mit denen bei Lufthansa sein. Der Preis für ein One-Way-Ticket soll bei mindestens 799,99 Euro liegen, heißt es in der Rheinischen Post.

Die Langstreckenflotte von Eurowings besteht maßgeblich aus Maschinen des Typs Airbus A330, Quelle: Eurowings

Weitere Langstrechenverbindungen ab Winter 2018/19

Ein weiterer Ausbau der Langstreche ist für den Winterflugplan 2018/19 geplant. Dann werden vier Airbus A330, die bislang am Flughafen Köln/Bonn stationiert sind, nach Düsseldorf umgezogen. Die dann aus sieben Langstreckenjets bestehende Flotte wird bis zu 140 Langstreckenverbindungen im Monat anfliegen können. Zu den Fernzielen zählen neben den USA dann auch Varadero (Kuba), Cancun (Mexiko) sowie Puerto Plata und Punta Cana in der Dominikanischen Republik. Damit können Lücken im Kundenangebot ab Düsseldorf geschlossen werden, die im Zuge der Insolvenz von Air Berlin entstanden waren.

Weitere innerdeutsche und europäische Verbindungen

Eurowings Airbus A330
Eurowings setzt auf der Langstrecke Maschinen des Typs Airbus A330 ein, Foto: Eurowings

Neben den Langstrecken werden aber vor allem die innerdeutschen Verbindungen ausgebaut. So wird es auf der viel genutzten Verbindung Düsseldorf – Hamburg nun bis zu 9 Flüge pro Tag geben. Übertroffen wird dies nur noch von der Verbindung mit der Hauptstadt: bis zu 13 Starts Richtung Berlin soll es mit dem neuen Sommerflugplan geben. Auch die Verbindungen nach Stuttgart und München (jeweils vier Flüge am Tag) werden aufgestockt.

Viele Urlauber wird vor allem ein Ziel freuen: ab Sommer wird Europas Ferieninsel Nummer eins, Palma de Mallorca, bis zu elf mal am Tag angeflogen. Fünfmal täglich startet Eurowings zudem nach Wien. Neu im Angebot sind verschiedene weitere Ziele innerhalb Europas, darunter die griechische Insel Kos, Mostar in Bosnien-Herzegowina, sowie Zagreb in Kroatien.

Bis zu 35.000 zusätzliche Passagiere pro Monat

Eurowings wird neben einer Reihe anderer Airlines den Flugsteig B nutzen. Umbaumaßnahmen müssen laut einem Flughafen-Sprecher nicht vorgenommen werden. Der Flughafen Düsseldorf rechnet nach eigenen Berechnungen mit rund 35.000 zusätzlichen Passagiere im Monat.

„Wir freuen uns über das Engagement der Eurowings in Düsseldorf. Zwei starke, strategische Partner stehen hier Seite an Seite. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die durch den Marktaustritt der Air Berlin entstandene Lücke im Flugplan bis zum Jahresende wieder geschlossen wird. Insbesondere die Entscheidung der Eurowings, ihre Langstrecken-Operation aus Düsseldorf heraus deutlich auszubauen, ist gut für die gesamte Rhein-Ruhr-Region.“

sagte Thomas Schnalke, Sprecher der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens.

Düsseldorf spielt für Eurowings „eine enorm wichtige Rolle“

Eurowings Geschäftsführer Oliver Wagner betonte, dass Düsseldorf in den Planungen der Billigfluggesellschaft eine enorm wichtige Rolle spiele. Das gelte auch über 2018 hinaus. Immerhin umfasse das Einzugsgebiet des Flughafens Düsseldorf mehr als 18 Millionen Einwohner – es gibt kein größeres in ganz Deutschland. Damit habe man am Airport optimale Chancen, um ein attraktives Langstreckennetz für Kunden zu entwickeln. Bereits heute ist Düsseldorf der größte Eurowings-Standort. Der Marktanteil der Airline inklusive Lufthansa wird in Düsseldorf zukünftig bei bis zu 42 Prozent liegen.

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